Wienerwald-Mord: Prozess um zerstückelte Leiche abgeschlossen

Wienerwald-Mord: Die Leiche von Milenko M. fand man im Wald nahe Gablitz
Wienerwald-Mord: Die Leiche von Milenko M. fand man im Wald nahe Gablitz ©APA /LKA NÖ
Am Mittwoch geht in Wien der sogenannte Wienerwald-Mord-Prozess zuende. Der 62-jährige Jozef E. wird beschuldigt, den Wiener Autohändler Milenko M. mit einem Vorschlaghammer erschlagen, zerstückelt und die die Leiche ohne Beine im Wienerwald nahe Gablitz abgelegt zu haben. Er stellt sich selbst jedoch als Opfer dar, was der Staatsanwalt jedoch nicht für glaubwürdig hielt.
Emotionaler Prozess-Auftakt
Festnahme von Jozef E.
Verdächtiger bestreitet alles
Ermittlungen laufen
Auto des Opfers gesucht
Leiche ohne Beine entdeckt

Im Wiener Straflandesgericht ist am Mittwoch der Prozess um das gewaltsame Ende von Milenko M. abgeschlossen worden. Die zerstückelte Leiche – ihr fehlten die Beine – war im April 2012 in einem Waldstück nahe Gablitz (Bezirk Wien-Umgebung) von einem Spaziergänger entdeckt worden. Seit 13. Februar fand der Prozess im Wienerwald-Mord statt.

Staatsanwalt glaubt Jozef E. nicht

Staatsanwalt Bernd Schneider zeigte sich in seinem Schlussplädoyer überzeugt, dass der angeklagte Jozef E. (62) am 30. März 2012 den 59-Jährigen hinterrücks mit einem Vorschlaghammer erschlagen und ihm anschließend in seinem Keller die Beine abgetrennt hatte, um ihn besser abtransportieren zu können.

Der Angeklagte beharrte demgegenüber auf seiner Geschichte, die er schon beim Prozessauftakt im Februar erzählt hatte: Zwei unbekannte Schwarzafrikaner hätten die Tat begangen und ihn selbst im Kopf- und Gesichtsbereich mit einem Pistolenknauf erheblich verletzt.

Angeklagter will verletzt worden sein

“Ich habe eine Kopfverletzung erlitten”, insistierte der 62-Jährige. Man sehe die Narbe – eine hockerartige Erhöhung – heute noch. Gerichtsmediziner Wolfgang Denk sah allerdings keine, was zu einem längeren Hin und Her mit dem Angeklagten führte, das Denk schließlich mit der Bemerkung “Wenn keine Narbe ist, tu ich mir schwer zu sagen, dass die Narbe verheilt ist” beendete.

Auch angebliche Rötungen am Kinn und an den Wangen, die Jozef E. den Hieben der Schwarzafrikaner zuschrieb, ließ Denk nicht gelten: Am Kinn könne er nichts feststellen, an den Wangen seien “anlagebedingte geplatzte Äderchen” erkennbar.

War Wienerwald-Mord geplant?

Laut Anklage war die Bluttat von langer Hand geplant. Jozef E. habe den Pkw seines Bekannten in seinen Besitz bringen wollen und diesen nach der Ermordung tatsächlich nach Serbien geschafft, betonte Staatsanwalt Schneider. Der Ankläger verwies auch darauf, dass sich DNA-Spuren des Angeklagten auf den Seilen fanden, mit denen die Leiche verschnürt worden war.

Mit dem Urteil im Wienerwald-Mord-Prozess war am späten Mittwochnachmittag zu rechnen.

(apa/red)

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