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Wiener Tafel: Bald sind eine Million Menschen auf Essensspenden angewiesen

Bald könnten in Österreich eine Million Menschen von Lebensmittelspenden abhängig sein.
Bald könnten in Österreich eine Million Menschen von Lebensmittelspenden abhängig sein. ©APA/dpa
Die Wiener Tafel muss in der Corona-Krise immer mehr Lebensmittel verteilen. Bald könnten in Österreich eine Million Menschen auf kostenlose Lebensmittel angewiesen sein, so die Organisation.

Die Wiener Tafel engagiert sich für armutsbetroffene Menschen und verteilt auch in der Covid-19-Krise gerettete Lebensmittel an rund 100 Sozialeinrichtungen in Wien. Doch die Anzahl jener Menschen, die auf kostenlose Lebensmittel angewiesen sind, erhöht sich ständig. Bald könnten schon rund 1.000.000 Menschen betroffen sein.

Wie so viele andere ist auch die Wiener Tafel von der Covid-19 Krise stark betroffen. Schließlich steigt die Anzahl derer, die auf Lebensmittelhilfe angewiesen sind, stetig an, da das Haushaltsbudget für viele Familien auch aufgrund von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit in Bezug auf Covid-19 nicht mehr ausreicht. Immer mehr Menschen, die bislang nicht auf Lebensmittelspenden angewiesen sind, müssen versorgt werden. Und der Trend verstärkt sich: Alexandra Gruber, Geschäftsführerin der Wiener Tafel ist besorgt: "Wir wissen, dass die Anzahl derer, die uns brauchen, im Steigen begriffen ist. Um diese Nachfrage bewältigen zu können, brauchen wir mehr denn je die Unterstützung von Unternehmen und Privatpersonen, denn die derzeitige Krise trifft die Schwächsten in unserer Gesellschaft am stärksten. Gerade die Versorgung mit Lebensmitteln zählt zu einem der elementarsten Grundbedürfnisse!"

Ernährungsarmut in Österreich: große Bedeutung - wenig Beachtung

In Österreich waren schon vor der Covid-19 Krise etwa 6,6 % der Bevölkerung von Nahrungsunsicherheit betroffen, also rund 483.000 Menschen

Experten der Wirtschaftsuniversität Wien gehen davon aus, dass die Anzahl von Menschen, die von mittlerer bis schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen sind, noch im heurigen Jahr auf etwa 1.000.000 Menschen in Österreich steigen könnte. Bereits im September 2020 registrierten die europäischen Tafeln, deren Mitglied die Wiener Tafel ist, einen Anstieg um 30 %.

"Gegenwärtig steigt in vielen Ländern die Ernährungsunsicherheit, von der zunehmend auch Menschen der Mittelschicht betroffen sind. Die Tafeln erfüllen eine immens wichtige Funktion in der unmittelbaren Bekämpfung von Hunger und unzureichender Ernährung. Mittelfristig gesehen wäre es allerdings die Aufgabe von Sozial- und Gesundheitspolitik dafür zu sorgen, dass in einem der reichsten Länder Europas die Menschen genug zum Essen haben", so der Ernährungsforscher Prof. Dr. Karl Michael Brunner von der Wirtschaftsuniversität Wien.

Selbst verzichten für die Kinder

Was die Wenigsten wissen: Es gibt eine große Bandbreite zwischen nahrhafter Sättigung und Verhungern. Wenn es finanziell eng wird, wird zunächst bei der Qualität der Ernährung gespart - oft genug auch bei der Häufigkeit der Mahlzeiten. Begleitet werden diese Vorgänge von Ängsten, die den gesamten Alltag überschatten und sich als psychische Belastung manifestieren. Alexandra Gruber von der Wiener Tafel: "In einem so reichen Land wie Österreich ist es eine Schande, dass nicht für alle genug da ist und Menschen gezwungen sind, eine Mahlzeit zu überspringen oder sogar ganz auf eine zu verzichten. Vielleicht, damit für die Kinder mehr übrigbleibt und zumindest sie satt werden." Der allgemeine Gesundheitszustand von Familien, die unter der Armutsgrenze leben, ist dreimal schlechter als bei solchen mit hohem Einkommen 3. Der Zugang zu ausreichender, gesunder, ausgewogener und kulturell üblicher Ernährung ist der alles entscheidende Faktor. Besonders prekär und kritisch wird es, wenn auch noch Obdachlosigkeit droht.

Jede Hilfe zählt

Die Wiener Tafel ist deshalb mehr denn je auf Unterstützung angewiesen. Nur mit Hilfe engagierter Menschen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kann die Wiener Tafel ihrer Aufgabe nachkommen und mittlerweile rund 600 Tonnen Lebensmittel pro Jahr retten und verteilen. Rund 200 Warenspender sind mittlerweile an Bord, etwa 4 Tonnen Lebensmittel werden pro Tag gerettet und an rund 100 Sozialeinrichtungen verteilt. Die Tendenz ist stark steigend. Denn in Zeiten von Covid-19 erwartet die Wiener Tafel in den nächsten Monaten einen anhaltenden Anstieg des Bedarfs an Lebensmitteln für Menschen in Not.

Darum bittet die Wiener Tafel um Unterstützung für ihr Corona-Nothilfsprogramm: Mit nur einem Euro Spende kann die Wiener Tafel bis zu zehn Armutsbetroffene mit Lebensmitteln versorgen.

(APA/red)

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