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Wiener Symphoniker starten erneuert in die Saison

Andres Orozco-Estrada ist der neue Dirigent der Wiener Symphoniker.
Andres Orozco-Estrada ist der neue Dirigent der Wiener Symphoniker. ©APA
Neuer Chefdirigent Andres Orozco-Estrada, neuer Intendant Jan Nast, neues Design - die Wiener Symphoniker nutzten die Corona-Pause, um sich neu zu erfinden. Die Saison startet heuer bereits Ende August.

Alles neu bei den Wiener Symphonikern: Andres Orozco-Estrada übernimmt mit der neuen Saison das Chefpult des Orchesters, das mit Jan Nast auch von einem neuen Intendanten geleitet wird. Mit einem neuen Schrift- und Logodesign weist man auf die Wiener Moderne, der man sich künftig verstärkt widmen möchte, hieß es am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Orozco-Estrada verspricht "Glanz und Aufbruch".

Für den gebürtigen Kolumbianer bedeutet der Antritt bei den Symphonikern auch eine "Rückkehr nach Hause", denn seinen Wohnsitz hat Orozco-Estrada, der in Wien studierte und früher bereits beim Tonkünstler Orchester verpflichtet war, schon seit 20 Jahren in Wien. "Wien ist und bleibt für mich eine große Inspiration. Vor allem auch wegen der großen Häuser, die das Musikleben tragen und die ein Gefühl von Zuhause geben." In Summe wird man in Musikverein und Konzerthaus sowie Theater an der Wien in der kommenden Zeit kaum einen Dirigenten so oft hören wie ihn.

"Potential ist so groß wie noch nie"

Die Jahre des Orchesters unter seinem Vorgänger Philippe Jordan seien sehr gute gewesen, streute Orozco-Estrada Rosen. "Da hat sich musikalisch viel bewegt, das Potenzial ist, glaube ich, so groß wie noch nie. Das ist ein Klangkörper, der ganz viel kann." Jetzt gelte es, für Glanz und Exzellenz in jedem einzelnen Konzert zu sorgen - und dafür auch das passende Repertoire zu wählen. In der kommenden Saison wird Richard Strauss ein prägender Komponist für das Orchester sein, "der ganz große Klang, wo es keinen leichten Takt gibt und alles voller Bilder ist, die sprechen müssen".

Die Musik der Moderne wird im Programm der Symphoniker insgesamt wichtiger - auch auf Basis der Geschichte des Orchesters. "Bei seiner Gründung war das ganz stark ein Uraufführungsorchester", so Neo-Intendant Jan Nast, der "ins Archiv gestiegen" ist und beeindruckt wieder herauskam. Von Zemlinsky bis Korngold hätten die Symphoniker "ganz viel wichtige Musik uraufgeführt, die wir den Wienern heute wieder näher bringen wollen". Nähe zum Publikum sucht man unter anderem durch neue Formate wie die "Hauskonzerte" mit partizipativem Charakter.

Orozco-Estrada der richtige Mann zur richtigen Zeit

Für Konzerthaus-Chef Matthias Naske ist Orozco-Estrada der richtige Mann zur richtigen Zeit. "Wir merken gerade jetzt, dass die kulturellen Einrichtungen in ihrer Rolle auch das Gesellschaftliche mitdenken müssen." Orozco-Estrada sei ein Mensch "dem es nicht egal ist, wer in die Konzerte geht und der die Exzellenz, die das Orchester leisten kann, teilen möchte. Der ohne Skrupel zugeht auf die Menschen." Musikvereins-Chef Stephan Pauly, der die Pressekonferenz an seinem ersten offiziellen Tag im Amt wahrnahm, betonte ebenfalls den "gnadenlos guten Kommunikator" in Orozco-Estrada. "Das Anliegen zu verkörpern, dass Musik zugänglich gemacht wird, zeichnet dich besonders aus."

Den Symphonikern sei es wichtig, "für jeden in der Stadt ein Angebot parat zu haben", betonte Jan Nast. Eine Reihe, die vor diesem Hintergrund "geradezu danach schreit, ausgebaut zu werden", sind die "Grätzelkonzerte" in den verschiedenen Wiener Stadtteilen, ebenso wie Programme für Kinder und Jugendliche. Die Linie gibt man dabei nicht zuletzt mit Orozco-Estradas Antrittskonzert im Konzerthaus (10.10.) vor: Neben Musik von Franz Schreker, Erich Wolfgang Korngold und Richard Strauss wird als Auftragskomposition Carlijn Metselaars "Fanfare" uraufgeführt, die speziell für den Anlass und das Haus entsteht und aus allen Winkeln erklingen soll. Orozco-Estrada will mit dem Gesicht zum Publikum dirigieren.

Saison beginnt bereits Ende August

Coronabedingt beginnt die neue Saison fünf Wochen früher als sonst, nämlich bereits am 22. August in Bregenz, wo sich der scheidende Chefdirigent Philippe Jordan - ebenso wie am 25. und 26. August im Wiener Konzerthaus - vom Symphoniker-Publikum in Richtung Staatsoper verabschiedet. Nach einem Gastspiel beim Grafenegg Festival stehen unter anderem Konzerte mit Daniel Harding und Rudolf Buchbinder an, im Musikverein beginnt man mit dem zweiten Schwerpunkt-Komponisten der Saison, Joseph Haydn, und seiner "Schöpfung" (14.10.).

Mit Manfred Honeck, Lahav Shani, Martha Argerich, Janine Jansen, Hilary Hahn oder Rudolf Buchbinder sind viele langjährige Partner dabei. Eine geplante Asien-Tournee soll im Frühjahr stattfinden, nachdem die für Herbst geplante abgesagt werden muss. Dafür wird man zu Winterbeginn in den größeren deutschen Städten "Wiener Musikgeschichte erzählen", unter anderem mit Beethoven.

(APA/Red)

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