Wiener stürmten "Sommernachtskonzert" in Schönbrunn

Das Sommernachtskonzert in Schönbrunn
Das Sommernachtskonzert in Schönbrunn ©APA
13. Bezirk, 1130 Wien: Das Konzert der Wiener Philharmoniker am Dienstagabend im Schönbrunner Schlosspark haben nach ersten Schätzungen des Veranstalters mehr als 100.000 Menschen besucht.
Sommernachtskonzert 2010 in Schönbrunn

Selbst das Wetter spielte mit und sorgte bei dem Gratis-Konzert, das von ORF2 und 3sat live übertragen wurde, für einen sternenklaren Nachthimmel.

“Man glaubt es kaum, es ist tatsächlich Sommernachtskonzert und es regnet nicht”, frohlockte Philharmoniker-Chef Clemens Hellsberg in Anspielung auf die verregnete Tradition des Open-Air-Konzertes. Somit konnte der Abend seinem Motto “Mond – Planeten – Sterne” gerecht werden. Auf musikalischer Ebene sorgten dafür unter anderem die sphärischen Klänge der von John Williams komponierten “Star Wars”-Filmmusik. Die Idee dazu stammte von dem schwer erkrankten Seiji Ozawa, für den der designierte Generalmusikdirektor der Staatsoper Wien, Welser Möst, eingesprungen war.

Vor allem der “Imperial March” begleitet von einer von 20 Scheinwerfern auf den Abendhimmel projizierten Licht-Show rief bei den offensichtlich zahlreich vertretenen “Star-Wars”-Fans Begeisterung hervor. Im Gegenzug wurde aber der Walzer “Sphärenklänge” von Josef Strauß vielfach zu regen Gedankenaustausch oder für Foto-Sessions genutzt. Auch eine an einem 500 Meter langen Seil diagonal über das Gelände schwebende ORF-Kamera zog anfänglich einiges an Aufmerksamkeit auf sich.

Hellsberg lieferte eine Erklärung, warum das thematisch etwas aus der Reihe tanzende Klavierkonzert von Franz Liszt eigentlich doch in das Motto passt: Pianist Yefim Bronfman, der Solist bei dem Stück, spiele wie ein “Jedi-Ritter from Outer Space”. Bronfman seinerseits zeigte sich von der Kulisse beeindruckt und merkte an, dass es das größte Konzert gewesen sei, das er je gespielt habe. Der Walzer “Abendsterne” von Joseph Lanner, der “Mondchor” des Philharmonikergründers Otto Nicolai, der am Mittwoch seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte, und “Mars” von Gustav Holst komplettierten das Programm. Als Zugabe spielte das Ensemble der traditionsgemäß unter anderem die “heimlichen Wiener Hymne”, Johann Strauß’ “Wiener Blut”.

Auch der Termin für das nächste “Sommerkonzert” wurde bekanntgegeben: Am 2. Juni 2011 werden die Philharmoniker erneut bei freiem Eintritt für Klassische Musik werben.

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