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Wiener Spitäler sollen so lange wie möglich beim Normalbetrieb bleiben

Der Normalbetrieb soll so lange wie möglich erhalten bleiben.
Der Normalbetrieb soll so lange wie möglich erhalten bleiben. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Mit den steigenden Corona-Fallzahlen in Wien, steigen auch die Zahlen an Menschen, die deshalb ins Krankenhaus müssen. Dennoch soll so lange wie möglich der Normalbetrieb aufrecht bleiben.

Seit einiger Zeit steigt die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Wien wieder deutlich an. Das bedeutet auch, dass die Zahl der Menschen, die aufgrund einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus müssen, in die Höhe geht. Doch im Gegensatz zum Frühjahr, wo der Betrieb in den Spitälern aufgrund der Pandemie auf Notbetrieb heruntergefahren wurde, ist nun das Ziel, den Betrieb so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Helfen soll dabei ein Kooperation mit den Ordensspitälern.

OP-Verschiebungen erst bei sehr hohen Fallzahlen

"Bereits im Sommer habe ich in Auftrag gegeben, eine Planung zu machen", unterstrich Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Im Fokus stand dabei die Vermehrung der Bettenkapazität für Covid-Patientinnen und -Patienten bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des sonstiges Behandlungsspektrums. Die Verschiebung von planbaren und nicht zeitkritischen Operationen soll erst bei sehr hohen Fallzahlen erfolgen.

Covid-Kranke auch in Ordensspitälern

Der Plan Kapazitäten für Covid-Patientinnen und -Patienten ohne Verschiebung von Leistungen freizumachen, wird COVID-Versorgungsplan genannt. Einer der Kernpunkte ist, dass alle Spitäler darauf vorbereitet wurden, Corona-Kranke zu behandeln. Neu ist auch: Die Häuser des Gesundheitsverbundes (WIGEV) werden nun von Anfang an von den Ordensspitälern wie auch von den Privatspitälern "flankiert", wie die WIGEV-Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb erklärte.

"Wir haben einen Stufenplan kreiert, wo wir in jeder Stufe genau wissen, ab wann wir die nächste Stufe hochfahren müssen. Das ist ein sehr ausgeklügeltes organisatorisches Konzept, das nicht einfach ist", so Kölldorfer-Leitgeb. "Die Spitäler machen das, ohne dass Sie und wir das merken."

Dabei wird die Planung der Spitalskapazitäten mit dem laufenden Monitoring der Auslastung der Covid-Versorgungsbereiche kombiniert. Das erlaubt es, bei steigendem Bedarf ausreichend Kapazitäten rasch zur Verfügung zu stellen und umgekehrt wieder für die Regelversorgung sicherzustellen. "Wir haben im Frühjahr sehr viel an Aufbauarbeit geleistet, die sich jetzt bezahlt macht", sagte Kölldorfer-Leitgeb. "Das beginnt bei der Infrastruktur zum Schutz unserer Einrichtungen, geht über Prozesse und Strukturen im Bereich des Patienten-Handlings und der Testung bis hin zur Therapie. All das können wir als solide Grundlage für ein neuerliches Aufflammen des Infektionsgeschehens mitnehmen."

Ordensspitäler unterstützen Behandlung von Corona-Infizierten

Die Ordensspitäler unterstützen laut dem heute präsentierten Konzept nun auch mit der Behandlung von Corona-Infizierten. Seit vergangener Woche nimmt beispielsweise das Krankenhaus Göttlicher Heiland Corona-Patientinnen und -Patienten auf. "Derzeit stellen die Wiener Ordensspitäler rund 90 Covid-Betten zur Verfügung, in weiterer Folge werden es mehr als 160 Betten sein. Falls sich darüber hinaus ein weiterer Bettenbedarf ergeben wird, werden wir in Abstimmung mit der Stadt Wien weiter aufstocken und weitere Ordensspitäler miteinbeziehen", umriss Manfred Greher, Sprecher der gemeinnützigen Wiener Ordensspitäler, die Zusammenarbeit.

Was die Bettenanzahl in den Spitälern des WIGEV anbelangt, so gab Hacker Auskunft: "Bis dato waren 550 Betten in den Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes sofort verfügbar. Steigt der Bedarf, kann die Anzahl verdoppelt werden." Aktuell befänden sich rund 250 Covid-Patientinnen und -Patienten in den Spitälern. "Diese Zahl ist seit längerer Zeit in etwa stabil, manchmal steigt sie um zehn Fälle, manchmal sinkt sie um zehn Fälle. Es ist eine ziemlich konstante Wellenbewegung", erklärte der Stadtrat. Mehrmals wurde während der Pressekonferenz betont, dass die Verschiebung von planbaren und nicht zeitkritischen Operationen erst bei sehr hohen Fallzahlen erfolgen.

Warum das Thema der Aufrechterhaltung der Leistungen so im Fokus stand, lässt sich mit einem Rückblick erklären: Noch im März mussten angesichts vieler unbekannter Variablen österreichweit die Spitäler auf "Notbetrieb" heruntergefahren werden. Oberste Priorität hatte damals die Freihaltung einer maximal möglichen Anzahl von Betten für Coronavirus-Infizierte bei gleichzeitiger Gewährleistung der Akutversorgung.

Verhandlungen mit der Stadt laufen

Im Zuge der Pressekonferenz erinnerte Greher auch daran, dass die Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt mit Ende des Jahres ausläuft. Derzeit laufen die Verhandlungen. "Diese Finanzierungsvereinbarung muss nicht nur unsere Kosten abdecken, damit wir auch weiterhin unsere Leistungen wie bisher erbringen können. Sondern auch zumindest einen Zeitraum von zwei Jahren umfassen, also die Jahre 2021 und 2022", umriss Greher.

Hacker verwies in einer Replik auf die finanziell unsichere Situation beim WienerGesundheitsfonds, der die Spitäler finanziert. Dieser Fonds speise sich aus den Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträgen. "Weil wir wissen, dass beides negative Entwicklungen hat, dann hat das direkte Konsequenzen", so Hacker, der einmal mehr ein Rettungspaket zur Finanzierung des Gesundheitswesens forderte.

Die Ordensspitäler in Österreich sind in der Vinzenz-Gruppe zusammengefasst. In Wiengibt es folgende Häuser: das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, das Orthopädische Spital Speising, Krankenhaus St. Josef, Krankenhaus Göttlicher Heiland, das Herz-Jesu-Krankenhaus, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Franziskus Spital Landstraße und das Franziskus Spital Margareten.

2019: Jeder fünfte stationäre Patient im Ordensspital

2019 wurde jeder fünfte stationäre Patient in Wien in einem Ordensspital (insgesamt 1.804 Betten, Anm.) behandelt. Es wurden 495.300 Patienten betreut, davon 116.500 stationär, 348.341 ambulant und 30.409 tagesklinisch. 68.013 Operationen wurden durchgeführt, davon 48.871 stationär und 19.142 tagesklinisch. Im Rahmen des Covid-Krisenplans werden Normalbetten, Intensivbetten und Nachsorgebetten zur Verfügung gestellt.

(APA/Red)

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