Wiener Schönheitszentrum: Prozess um Bestechungsversuch neuerlich vertagt

Der Prozess wurde am Dienstag erneut vertagt.
Der Prozess wurde am Dienstag erneut vertagt. ©APA/Hans Punz
Am Dienstag wurde der Prozess gegen den Geschäftsführer eines Schönheitszentrums in Meidling fortgesetzt und schließlich erneut vertagt.
Prozessbeginn

Am Wiener Landesgericht ist am Dienstag der Prozess gegen den Geschäftsführer eines zwielichtigen Schönheitszentrums in Meidling fortgesetzt und neuerlich vertagt worden, nachdem neue Beweisanträge gestellt worden waren. Der 47-Jährige soll bei einem Kontrollbesuch der Magistratsabteilung für Gesundheitsrecht (MA 40) “Schmiergeld” in Höhe von 100.000 Euro geboten haben.

Bestechungsversuch in Wiener Schönheitszentrum: Neuerlich vertagt

Die Beamtin berichtete als Zeugin von dem Vorfall im Jahr 2017, der sich in Anwesenheit einiger anderer Personen abgespielt haben soll. “Er hat sich vorgebeugt und gesagt: ‘I can give you 100.000 for the government’.” Sie habe mit “No, no, no” reagiert, woraufhin er meinte: “Just joking.” Er habe gewusst, das er die Behörde so schnell nicht mehr loswird, es habe viele Probleme gegeben.

Vom Angeklagten wurde alles in Abrede gestellt. Er sei nicht im Raum gewesen und falls doch, habe er nicht mit der Beamtin gesprochen. Zudem habe es keine Beanstandungen gegeben, behauptete der 47-Jährige woraufhin die Zeugin auf einen ganzen Rollkoffer voll mit Akten zu dem Schönheitszentrum verwies.

2016: Schönheitszentrum in Meidling eröffnet

Der Angeklagte stammt aus Syrien und hatte sich im Jänner 2016 mit seiner Familie nach Österreich geflüchtet. Ein Jahr später sperrte der gelernte Kaufmann in Wien ein Schönheitszentrum auf, das sich zunächst vor allem an einen arabisch-stämmigen Kundenkreis richtete. In weiterer Folge kam darüber hinausgehend vor allem auch ein junges, eher einkommensschwaches Klientel, das mit dem eigenen Körper unzufrieden war und von den vergleichsweise günstigen Preisen für ästhetische Operationen angelockt wurde.

“Die Idee habe ich von Dubai kopiert”, erklärte der 47-Jährige am ersten Verhandlungstag sein Geschäftsmodell. Um das Medizinische habe er sich nicht gekümmert. Er habe Räumlichkeiten angemietet und diese an Ärzte untervermietet.

Die MA 40 hatte bald von Missständen in dem Schönheitszentrum Kenntnis erlangt. Kunden beklagten sich über untragbare hygienische Zustände, zwei Mediziner, die Behandlungen durchführten, waren in Österreich nicht bzw. nicht mehr als Ärzte zugelassen.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 12. Bezirk
  • Wiener Schönheitszentrum: Prozess um Bestechungsversuch neuerlich vertagt
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen