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Wiener nach Bordell-Besuch auf Kommissariat schwer verletzt: Prozess

Ein 34-jähriger Wiener verließ ein Polizeikommissariat mit einem Kieferbruch
Ein 34-jähriger Wiener verließ ein Polizeikommissariat mit einem Kieferbruch ©APA (Sujet)
Im März wurde ein 34-Jähriger auf einem Wiener Polizeikommissariat schwer verletzt. Nachdem er dort als Opfer eines Diebstahls vernommen werden sollte, musste er mit einem Kieferbruch ins Spital gebracht werden. Er selbst steht nun als Täter vor Gericht.

Am Montag folgte das strafrechtliche Nachspiel des Vorfalls am 29. März 2014 – allerdings nicht gegen die Beamten. Vielmehr musste sich der 34-jährige Bautechniker wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung vor Richterin Elisabeth Reich verantworten.

Hat Bautechniker gegen Polizistin “aufgerieben”?

Er soll zunächst eine Beamtin beschimpft und dieser dann – so jedenfalls die Behauptung der 26-Jährigen und ihrer Kollegen – auf der Wachstube ohne ersichtlichen Grund einen Schlag ins Gesicht versetzt haben. Weil der Mann im Anschluss noch gegen die Kollegin “aufgerieben” habe, sei er dazwischen gegangen, schilderte ein 31-jähriger Polizist.

“Ich hab’ ihm einen Faustschlag gegen den linken Brustbereich versetzt. Ein Reflex. In den Solarplexus. Damit hab’ ich seine Vorwärtsbewegung gestoppt”, gab der Beamte zu Protokoll. Der Mann habe daraufhin seine Fäuste gegen ihn gerichtet: “Ich konnte ihn blocken und ihm einen Faustschlag gegen’s Jochbein geben.”

“Boxkampf” im Polizeikommissariat

“War das ein Boxkampf?”, warf Verteidiger Karl Bernhauser ein, für den die Vorwürfe gegen seinen Mandanten “ins Leere gingen”. In Wahrheit sei dieser ein Opfer von überschießender Polizeigewalt geworden.

Den Ausgang hatte die Amtshandlung in einem Bordell in Wien-Fünfhaus genommen, wo dem 34-Jährigen seine Brieftasche mit 2.500 Euro abhandengekommen war, während er sich mit einer Prostituierten vergnügte.

Polizistin im Bordell: “Hoit die Gosch’n”

Er verdächtigte einen Bekannten, der ihn begleitet hatte, des Diebstahls, wobei dieser noch im Lokal anwesend war, als die Besatzung einer Funkstreife eintraf. Wortreich und mit Nachdruck forderte der Bautechniker die Beamten auf, gegen den mutmaßlichen Dieb vorzugehen.

Die Beamtin habe ihm allerdings “Hoit die Gosch’n” geantwortet und ihn geduzt, erklärte der Angeklagte nun im Grauen Haus. Er habe von ihr verlangt, dieses Verhalten einzustellen und mit seinem iPhone ihre Schimpfworte aufzuzeichnen begonnen. Darauf habe die Polizistin Verstärkung angefordert.

Gewalttätigkeiten, Beschimpfungen und Co.

Nicht weniger als drei Funkstreifen-Besatzungen brachten den 34-Jährigen, seinen Bekannten und die Prostituierte schließlich aufs Kommissariat, um dort den Sachverhalt zu klären. Während der Angeklagte behauptete, die Beamtin habe ihn im Vernehmungszimmer weiter beschimpft und beleidigt, gab diese an, der Mann sei nicht zu beruhigen gewesen und habe verlangt, diese möge sofort ein Protokoll anfertigen.

Weil sie dem nicht sogleich nachkam, habe er ihr eine “gelangt”. Da seien ihre Kollegen eingeschritten. Um diesen an weiteren Gewalttätigkeiten zu hindern, wie diese als Zeugen mehr oder weniger übereinstimmend angaben.

“Ich habe nur Blut gespuckt”

Nach Darstellung des Angeklagten wurden die Beamten übergriffig, als er die Vorgänge im Vernehmungszimmer neuerlich mit seinem iPhone dokumentieren wollte. Zu sechst sei man auf ihn losgegangen, habe ihm einen Faustschlag ins Gesicht versetzt, zu Boden befördert, in Rückenlage fixiert und ihm Fuß- und Handfesseln verpasst: “Ich habe nur Blut gespuckt.” Als man endlich die Rettung rief, habe man ihn gefesselt ins Krankenhaus gebracht, wo er eine eingehende ärztliche Untersuchung einfordern haben müsse.

Eine gerichtsmedizinisches Gutachten hinsichtlich der Zustandekommens der Verletzungen des Angeklagten wurde bisher nicht eingeholt. Um das nachzuholen und weitere Zeugen zu befragen, wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt.

(apa/red)

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