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Wiener Museumsquartier erhält eigenen Escape-Room

Auch das Wiener MQ erhält ein Escape Game.
Auch das Wiener MQ erhält ein Escape Game. ©Alexander Eugen Koller
Nach dem KHM ist nun auch das Wiener Museumsquartier nachgezogen. Die Künstlerin Deborah Sengl installierte im MQ einen Escape-Room, der ein Exit-Game mit dem Gefühl der Fluchterfahrung verschmelzen lässt. Die Eröffnung ist am 14. Oktober.

Menschen spielerisch zum Nachdenken über eines der beherrschenden Themen der Zeit anregen: Die Künstlerin Deborah Sengl hat im Wiener Museumsquartier einen Erfahrungsraum geschaffen, der auf das Prinzip der Escape-Rooms baut, also jener Rätselräume, aus denen man innerhalb einer vorgegebenen Zeit entkommen muss. Am Montag öffnet der künstlerische Hybrid zwischen Fluchterfahrung und Fluchtspiel.

Escape-Room im Wiener MQ

Hybride sind schließlich das Markenzeichen der 45-jährigen Wienerin Sengl, die mit ihren Tier-Mensch-Zwitterwesen bekannt wurde. Und ein solches findet auch seinen Platz in der labyrinthischen Welt von "Escape!" - in Form eines Asylbeamten mit dem Kopf eines zähnefletschenden Schäferhundes. Diese Installation ist ein Beispiel für das Bestreben, Besucher mit scheinbar ausweglosen Situationen zu konfrontieren, die emotional herausfordernd sind und doch die für Escape-Rooms typischen Rätselelemente aufweisen. "Escape!" will den niederschwelligen Zugang zu einer Ahnung von den Ängsten und Herausforderungen bieten, mit denen real Flüchtende konfrontiert sind.

Und die Gratwanderung zwischen Kunstprojekt und Erwachsenenspielplatz funktioniert. Einem beinahe klassisch anmutenden Raum voll versteckter Codes schließt sich ein Labyrinth voller auratischer Überbleibsel real Geflüchteter wie Schuhe oder Fotoerinnerungen an. Hundegebell, Enge, Klaustrophobie münden schließlich in der Ladefläche eines Lkws. Und am Ende in den Empfang durch Menschen mit Fluchterfahrungen.

Exit-Game auf 300 Quadratmetern

"Es geht darum, das Spüren nicht zu verlernen", umreißt Sengl ihre Hoffnung. Zugleich solle auch der blanke Spielspaß nicht zu kurz kommen. Die Doppelgesichtigkeit des Projekts zeigt sich auch an den Partnern. Einerseits kooperierte Sengl bereits während des Entstehungsprozesses mit der Organisation "Fremde werden Freunde", die sich der Inklusion von geflüchteten Menschen widmet. "Das Feedback war unglaublich berührend", gestand Sengl. Andererseits ist an der Umsetzung auch der Escape-Room-Betreiber Time Busters beteiligt.

Während des Spiels sollte man nach diesem Hund Ausschau halten. ©Skulptur_Deborah_Sengl_Foto_Bernd_Preiml

Zwischen vier und acht Personen kann eine Teilnehmergruppe auf Anmeldung umfassen. Am Montag öffnet die rund 300 Quadratmeter große Anlage im Museumsquartier, wobei die Tickets 26 Euro pro Kopf kosten. Zumindest bis Ende 2020 wird "Escape!" kunstaffinen Spielern offen stehen. Flankiert wird das Projekt von einem umfangreichen Begleitprogramm, das von Reflexionsgesprächen über internationale Kochabende bis zu einem Begleitprogramm für Schulen reicht.

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(APA/red)

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