Wiener Linien: Bilanz nach einem Jahr Bauarbeiten für U2xU5

Die Arbeiten bei der U2 Station Schottentor sind im vollem Gange.
Die Arbeiten bei der U2 Station Schottentor sind im vollem Gange. ©Wiener Linien
Seit beinahe einem Jahr laufen die Bauarbeiten für die neue U-Bahn-Linie der Wiener Linien, die U5. Anfang 2022 starten die Tiefbauarbeiten für die fünf neuen U2-Stationen, sowie der U5-Station Frankhplatz.
Ein Jahr Bauarbeiten für U2xU5
Spatenstich für U-Bahn-Bauarbeiten in Wien
U2/U5-Linienkreuz Rathaus

Der Ausbau des Wiener U-Bahn-Netzes liegt im Zeitplan. Das haben die Wiener Linien am Montag berichtet. Seit rund einem Jahr wird am Bau der U5 bzw. der Verlängerung der U2 gewerkt. Zufrieden zeigte man sich auch mit der Entwicklung der Kosten.

Zahlreiche Herrausforderungen bei Bauarbeiten der neuen U-Bahn-Linie

Es handle sich um ein hochkomplexes U-Bahn-Bauprojekt, das es in dieser Dimension seit dem Bau der U3 in der Innenstadt in den 1990er-Jahren nicht mehr gegeben habe, betonte Günter Steinbauer, der Geschäftsführer der Wiener Linien. "Wir sind mit einem bestvorbereiteten Projekt zu Jahresbeginn gestartet. Die umfassende Detailarbeit im Vorfeld hat sich mehr als ausgezahlt: Wir liegen im Zeitplan und werden auch 2022 zahlreiche bauliche Meilensteine setzen."

Anfangs war das Großprojekt jedoch ins Gerede geraten, weil die Wiener Linien 2018 eine Neuausschreibung vorgenommen haben. Begründet wurde dies unter anderem damit, dass Baufirmen zu teure Angebote gelegt hätten. "Eine starke Bauwirtschaft und zahlreiche Änderungen bei Normen, die bei einem Großprojekt verstärkt spürbar sind, haben Neuausschreibungen erfordert. Diese Vorgehensweise hat sich ausgezahlt und brachte für den U-Bahn-Ausbau der ersten Baustufe rund 200 Mio. Euro an Ersparnis", rechnete Steinbauer nun vor.

Anfang 2022 starten Tiefbauarbeiten der Wiener Linien für U2 und U5

Derzeit sind die Arbeiten in vollem Gange. Mehr als 700 Menschen seien tagtäglich auf den Baustellen, hieß es. Rund 60 Unternehmen sind beteiligt. Das Investitionsvolumen beträgt 2,1 Milliarden Euro. Zu den ersten Arbeitsschritten gehörte die Versenkung von Bohrpfählen, die später die Außenschale der U-Bahn-Schächte bilden. Sie reichen zum Teil mehr als 60 Meter in die Tiefe. Bisher konnten die Bauteams rund 1.400 solcher Pfähle herstellen, weitere 1.300 folgen noch.

2022 Start für Tunnelbau bei Schottentor

In der Reichratsstraße hinter der Universität beginnen die ersten Bauarbeiten für den neuen U2 Tunnel im Frühjahr 2022, beim Matzleinsdorfer Platz der Bau des ersten Stationstunnels Mitte des Jahres. Für das Ableiten des Grundwassers, während der Tunnelbauarbeiten wird in der ersten Jahreshälfte eine oberirdische Wasserleitung von der Baustelle Rathaus bis zum Donaukanal gebaut.

Beim Matzleinsdorfer Platz sind die Bauarbeiten schon am weitesten fortgeschritten. Ab 2024 wird hier die Tunnelbohrmaschine mit dem Bau der neuen U2-Tunnel starten. Für den zukünftigen Öffi-Knoten mit Anbindung zur S-Bahn wurden bereits 85.000 Kubikmeter Erde ausgehoben. Zum Vergleich: Das Wiener Rathaus besteht aus 40.000 Kubikmeter Naturstein.

Bauarbeiten sollen 2022 verstärkt unterirdisch stattfinden

2022 sollen die Bauarbeiten verstärkt unterirdisch stattfinden. Alle Bauabschnitte von Frankhplatz bis Matzleinsdorfer Platz beginnen dann mit dem Ausheben des Erdmaterials. Ziel sei das Erreichen der Bahnsteigtiefe in rund 25 bis 35 Metern unter der Erde, wo dann eine stahlverstärkte, meterdicke, Bodenplatte betoniert wird.

Im Rahmen der Netzerweiterung wird die U2 bis zum Matzleinsdorfer Platz verlängert. Die neue U5 wird - vollautomatisch ohne Fahrer - zwischen Karlsplatz und Frankhplatz unterwegs sein, wobei ab dem Rathaus die bisherige U2-Trasse befahren wird. Das Gesamtprojekt soll 2028 fertiggestellt werden.

X-Wagen für die Wiener U-Bahn ab 2022

Für das U2 Update wurden im U2-Tunnel seit Ende Mai zwischen Karlsplatz und Rathaus 4,8 Kilometer Schienen entfernt und 210 Kilometer Kabel ausgebaut. 2022 startet bereit der Einbau der Bahnsteigtüren. Gemeinsam mit der Inbetriebnahme des neuen X-Wagens im kommenden Jahr ist das ein wichtiger Schritt auf den Weg zur vollautomatischen U5.

2022 werden die Bauarbeiten verstärkt unterirdisch stattfinden. Alle Bauabschnitte von Frankhplatz bis Matzleinsdorfer Platz beginnen dann mit dem Ausheben des Erdmaterials. Ziel ist das Erreichen der Bahnsteigtiefe in rund 25 bis 35 Metern unter der Erde, wo eine stahlverstärkte, meterdicke, Bodenplatte betoniert wird. Bei einem Haus wäre dieser wichtige Arbeitsschritt vergleichbar mit dem Erreichen der Dachgleiche.

Was der Ausbau von U2xU5, laut Wiener Linien bringt:

  • CO2-Einsparungen von bis zu 75.000 Tonnen jährlich durch die mögliche Reduktion des Autoverkehrs. Das entspricht der Umweltleistung eines Waldes mit sechs Millionen 30-jährigen Bäumen. Die Baumanzahl entspricht einem Wald so groß wie die Fläche der Bezirke eins bis elf oder der gesamten Donaustadt.
  • Mehr als 300 Millionen zusätzliche Öffi-Nutzerinnen pro Jahr können dadurch die öffentlichen Verkehrsmittel Wiens nutzen und insgesamt rund 1,3 Milliarden Fahrgäste pro Jahr in U-Bahn, Bim und Bus befördert werden.
  • Die Investitionen schaffen und sichern 30.000 Arbeitsplätze. Grätzel und Geschäftsstraßen werden durch die U-Bahn-Anbindung aufgewertet.
  • Eine Entlastung von stark frequentierten Öffi-Linien, insbesondere von den Linien U3, U6, 6er, 43er und 13A.
  • Schnellere Öffi-Verbindungen. Zum Beispiel ist man künftig in zirka elf Minuten vom Elterleinplatz (U5) beim Karlsplatz. Von der U2xU3-Station Neubaugasse gelangt man in zirka vier Minuten zum Schottentor.
  • Zwölf neue U-Bahn-Stationen, zirka 11 Kilometer Länge, davon vier neue U-Bahn-Knotenstationen, U-Bahn-Anbindung an zahlreiche Busse und Straßenbahnen, zwei neue Anbindung an die S-Bahn bei U2xS Matzleinsdorfer Platz und U5xS Hernals;

(APA/Red)

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