Wiener Konzerthaus startet "deutsch" in neue Saison

©Herbert Schwingenschlögl
Mit einem Kinderkonzert der Wiener Philharmoniker unter Gustavo Dudamel hat das Wiener Konzerthaus am Donnerstagvormittag seine Saison begonnen. Als Open House gibt man sich auch am kommenden Wochenende: Da lädt das alljährliche Wochenend-Festival "Spot On" zu Konzerten, Diskussionen und Frühschoppen. Thema heuer: Nachbar Deutschland.

Mehr als 20 Programmpunkte in allen Sälen des Hauses fragen diesmal nach einem “spezifisch deutschen Kulturverständnis”, so Programm-Leiterin Barbara Lebitsch. Und das reicht von Zeitgenössischem (etwa mit den Bamberger Symphonikern und Helmut Lachenmanns “Tanzsuite”) über die Berliner 20er und 30er Jahre (mit dem ensemble recherche) in die Romantik (mit den Sängern Christina Landshamer und Maximilian Schmitt) bis ins Barock (mit der Hamburger Ratsmusik).

Außerdem gibt es “Tatort”-Gerichtsmediziner Jan Josef Liefers mit einem musikalisch-filmisch-erzählerischen Rückblick auf seine Kindheit in der DDR, dazu Loriot mit Stermann und Grissemann oder Jazz, Welt- und Volksmusik. Zwischen den Sälen wechseln darf man auch während der jeweils einstündigen Programme, am Sonntagvormittag wird zum Frühschoppen mit Weißwürsten und Blasmusik geladen. Dann lässt es sich auch besser darüber diskutieren, wie die Österreicher und ihre nördlichen Nachbarn eigentlich zu einander stehen und wie etwaige Migrationsprobleme – der Deutschen-Zuzug in Wien hat sich seit 2000 immerhin vervierfacht – aussehen könnten.

Die großen Höhepunkte der Saison setzt das Konzerthaus heuer mit dem “Great Voices”-Zyklus, der bereits gänzlich ausverkauft ist. Für die Termine von Bryn Terfel (9.11.) und Rolando Villazon (18.11.) gibt es teilweise aber noch Restkarten, für Anna Netrebko (18.1.) und Elina Garanca (6.3.) hat der Verkauf außerhalb der Abos noch nicht begonnen. Einen hohen Ansturm vor allem jüngeren Publikums erhofft man sich auch für die diesjährigen “Proms” mit dem “fantastischen Esprit” (Kerres) des Teresa Carreno Youth Orchestra of Venezuela. Unter 26 Jahren kosten die Stehplätze (am gesamten Parkett) nur 9,50 Euro.

Dass der Abo-Verkauf im Vorjahr auf 28.000 gestiegen ist, die Zahl der Eigenveranstaltungen seit der Saison 97/98 um 30 Prozent und die Gesamt-Besucherzahlen um 28 Prozent, betonte Kerres vor allem im Zusammenhang mit der seit 1998 eingefrorenen Subvention der Stadt Wien, die inflationsbedingt “real um 25 Prozent abgenommen hat”. Mit einer jährlichen Umsatzsteuer von 1,5 Mio. Euro und Sozialversicherungsabgaben und Lohnnebenkosten von 2,2 Mio. Euro für rund 100 Mitarbeiter sowie mit 3.800 Hotelnächtigungen in der vergangenen Saison, sei das Konzerthaus allerdings “ein nicht geringer Wirtschaftsfaktor”.

Spot On: Deutschland“, 25. und 26. September
Wiener Konzerthaus, http://www.konzerthaus.at

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