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Wiener Köchin lehnte 12-Stunden-Tag ab: Gekündigt

Auch andere Mitarbeiter seien betroffen, so die Gewerkschaft
Auch andere Mitarbeiter seien betroffen, so die Gewerkschaft ©pixabay.com
Seit fast 20 Jahren arbeitete Fatma B. als Hilfsköchin in einer Wiener Restaurantkette. Dann verlangte der Chef von der 56-Jährigen, dass sie ab 1. September täglich 12 Stunden arbeiten müsse.
Koch brach nach 60-Stunden-Woche zusammen

Fatma B. arbeitete seit 1999 Teilzeit als Hilfsköchin in einem Lokal in der Wiener Leopoldstadt. Am 31. August wurde Frau B. nach beinahe 20 Jahren zum Gespräch zum Chef gerufen. Er stellte ihr das 12-Stunden-Tags-Ultimatum, setzte sie unter Druck. Sie suchte den Kompromiss, bot an 40 Stunden in der Woche zu arbeiten, aber 12 Stunden täglich – das schaffe sie gesundheitlich nicht.

Chef machte Druck auf Chefin

Der Chef legte ihr ein Schreiben vor, mit dem sie bestätigen sollte, dass das Arbeitsverhältnis mit 14. September “einvernehmlich” beendet wird. Fatma B. wollte sich zuerst mit ihrer Schwiegertochter beraten. Doch der Chef ließ sie nicht aus dem Zimmer gehen, bis sie unterschrieb. Dann schickte er sie gleich nachhause.

Fatma B. wandte sich nach ihrer Kündigung an die Arbeiterkammer Wien.
Fatma B. wandte sich nach ihrer Kündigung an die Arbeiterkammer Wien. ©Arbeiterkammer Wien

AK-Präsidentin Renate Anderl sagt dazu: “Das ist genau, was wir befürchtet haben: Seit Inkrafttreten des 12-Stunden-Tag-Gesetzes machen die Arbeitgeber Druck. Im konkreten Fall benutzte ein Arbeitgeber offenbar das 12-Stunden-Tag-Gesetz, um eine ältere Arbeitnehmerin los zu werden.”

Nicht die einzige Betroffene im Betrieb

Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida konkretisiert: “Wir wissen, dass Fatma B. nicht die einzige Betroffene in ihrem Betrieb ist. Aber viele Kollegen haben Angst, sich zu wehren. Von Freiwilligkeit kann also keine Rede sein, denn die Beschäftigten sind und bleiben wirtschaftlich abhängig.“

Strache droht mit Sanktionen

Vizekanzler Strache sprach am Mittwoch nach dem Ministerrat von einem “Missbrauchsfall”, der zu ahnden sein wird. Die Dame habe Rechtsanspruch darauf, dass die Kündigung nicht rechtskräftig wird. Wenn dies nicht geschieht, werde sich die Regierung überlegen müssen, welche Sanktionen es in solchen Fällen geben soll, sagte Strache.

(APA/red)

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