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Wiener Filmfestival Viennale endet mit "El Angel"

Direktorin Eva Sangiorgi fasst die Viennale auf einem Bild zusammen.
Direktorin Eva Sangiorgi fasst die Viennale auf einem Bild zusammen. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die Wiener Viennale geht zu Ende - und das mit einem Paukenschlag. Im Gartenbaukino wird das Gangsterepos "El Angel" gezeigt.

Mit der traditionellen Verleihung der Preise geht heute, Donnerstag, Abend die 56. Viennale zu Ende. Bei der Gala im Gartenbaukino zeigt Direktorin Eva Sangiorgi zum Ende ihrer ersten Festivalausgabe Luis Ortegas cooles Gangsterepos “El Angel” – eine Biografie des Verbrechers Carlos Robledo Puch. Zuvor werden aber die Auszeichnungen der Viennale verliehen, die keinen offiziellen Wettbewerb hat.

Filmpreise werden verliehen

So werden die Wiener Filmpreise für den besten österreichischen Spiel- und Dokumentarfilm des vergangenen Jahres, der FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik, der “Standard”-Publikumspreis sowie ein Stipendium der Erste Bank verliehen. Seit dem 25. Oktober hatte das größte heimische Filmfestival mit 270 Produktionen die Kinos der Stadt bespielt.

Mehr als 93.000 Besucher bei der Viennale

Direktorin Eva Sangiorgi kann sich gleich bei ihrer ersten Festivalausgabe über einen Anstieg der Besucherzahlen freuen. Hatte man 2017 noch 91.700 Zuschauer gezählt, waren es heuer 93.200. Auch die Auslastung stieg damit leicht von 82,6 auf 82,8 Prozent.

Zugleich wurden am Donnerstag auch die heurigen Preise des Filmfestivals veröffentlicht – deren Verleihung am Abend vor der Premiere von Luis Ortegas Gangsterbio “El Angel” den Reigen der vergangenen zwei Festivalwochen beendet. Zwar richtet die Viennale traditionell keinen Wettbewerb aus, würdigt jedoch stets einige preiswürdige Arbeiten der jeweiligen Festivalausgabe, wie etwa die besten österreichischen Filme des vergangenen Jahres.

So darf sich Sudabeh Mortezai über den 10. Wiener Filmpreis – bei dem es heuer wie im Programm selbst keine Unterscheidung mehr zwischen Doku- und Spielfilmsparte gibt – für ihren zweiten Spielfilm, das Prostitutionsdrama “Joy”, freuen. “Die schier unglaubliche Geschichte, die beeindruckende Schauspielführung, die improvisierten Dialoge und nicht zuletzt die Kameraführung, die einen unmittelbar teilhaben lässt, haben die Jury einstimmig überzeugt”, heißt es in der Begründung.

Erstmals Spezialpreis verliehen

Die Jury setzte sich dieses Mal aus Bettina Kogler (Leiterin Tanzquartier), Corinna Milborn (Journalistin), Mira Lu Kovacs (Musikerin), Doris Uhlich (Choreografin) und Renate Wurm (Chefin des Salzburger Das Kino) zusammen. Mortezai darf sich über 6.000 Euro in bar und Sachwerte in Höhe von ebenfalls 6.000 Euro freuen.

Der heuer erstmals vergebene Spezialpreis der Jury geht indes an Christian Frosch Dokudrama “Murer – Anatomie eines Prozesses” über die Gerichtsverhandlung gegen den NS-Funktionär Franz Murer im Graz der 1960er. Hier liegt die Gelddotierung bei 4.000 Euro, die Sachwerte bei 6.000 Euro. Mit je einem einmonatigen Aufenthalt in New York endete die Viennale für den Wiener Regisseur Wolfgang Fischer als Auszeichnung für seinen Spielfilm “Styx” und die in Wien lebende Syrerin Sara Fattahi für “Chaos”. Sie erhielten ex aequo den 8. Erste Bank MehrWERT-Filmpreis, der an einen bei der Viennale präsentierten Film heimischer Regisseure geht. Gezahlt werden Unterbringung, Reisekosten und ein finanzieller Zuschuss für New York City.

Den Preisreigen komplettiert der Publikumspreis der “Standard”-Leserjury, der an ein Werk verliehen wird, das noch keinen Verleih in Österreich hat. Dies trifft heuer auf Roberto Minervinis “What You Gonna Do When The World”s On Fire?” zu. Die Auszeichnung ist mit kostenlosen Werbeschaltungen verbunden. Und schließlich geht der FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik für den besten Erst- oder Zweitfilm im Festivalprogramm an Cesar Vassyies “Ne travaille pas”.

(APA/red)

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