"Wiener Deklaration" will bis 2030 Fahrradverkehr verdoppeln

Der Fahrradverkehr soll gesteigert werden.
Der Fahrradverkehr soll gesteigert werden. ©APA/HANS PUNZ
Mit der "Wiener Deklaration" verschrieben sich 41 Länger, den Fahrradverkehr bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. Die Deklaration wurde am Montag und Dienstag in Wien beschlossen.

In 41 Ländern soll der Radverkehr bis zum Jahr 2030 verdoppelt werden. Mit der "Wiener Deklaration" wurde der erste länderübergreifende Masterplan zur Förderung des Radverkehrs beschlossen. Darüber beraten wurde am Montag und Dienstag auf Einladung Österreichs, 850 Vertreter nahmen bei der 5. Ministerkonferenz des UNECE/WHO Pan-Europäischen Programms für Verkehr, Gesundheit und Umwelt (THE PEP) online teil.

"Wiener Deklaration" für den Fahrradverkehr

Unter den Teilnehmern waren 46 Verkehrs-, Gesundheits- und Umweltminister sowie Staatssekretäre. Zentrales Element und Ziel der diesjährigen Konferenz war die Verabschiedung der "Wiener Deklaration". Dieser auf Initiative Österreichs und Frankreichs erstellte Masterplan setzt über Ländergrenzen hinweg wegweisende Impulse im Bereich der Aktiven Mobilität. So soll bis 2030 der Radverkehr in der pan-europäischen Region verdoppelt werden. Weiter setzen sich die Mitgliedsstaaten das Ziel, nationale Radverkehrsstrategien zu erstellen, den Ausbau der Infrastruktur für Aktive Mobilität voranzutreiben und das Radfahren auch in anderen Politikbereichen wie der Gesundheitspolitik und der Raumplanung stärker zu verankern.

Für Österreich lautet das "ambitionierte Ziel, den Radwegeanteil von sieben auf 13 Prozent zu erhöhen", sagte Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) bei einer Pressekonferenz. Gemeinsam mit den Bundesländern soll das erreicht werden. Auf Bundesebene habe man bereits eine "Verzehnfachung des Budgets" erreicht. Nicht zuletzt durch die Coronavirus-Pandemie haben "viele Menschen das Radfahren im Alltag entdeckt", nun gehe es darum, Städte und Regionen "bestmöglich zu unterstützen", sagte die Ministerin. Eine Zunahme des Radverkehrs bedeute "mehr Bewegung", das wiederum beuge Krankheiten vor und steigere die Lebensqualität "vor allem in städtischen Ballungsräumen", meinte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Für eine bessere Klimazukunft

"Verkehr und Mobilität sind zentrale Hebel auf unserem Weg zu einer lebenswerten Klimazukunft. Mit der Verkehrswende schaffen wir unsere Klimaziele", meinte Gewessler. Mit dem Masterplan "schaffen wir eine Win-Win-Situation auf mehreren Ebenen", konstatierte Mückstein.

Als weitere Bestandteile der "Wiener Deklaration" sind Empfehlungen für umweltfreundlichen und gesunden nachhaltigen Verkehr, politische Empfehlungen für Eco-Driving, Schlussfolgerungen und Empfehlungen des Handbuchs für nachhaltigen Verkehr und Stadtplanung sowie Fakten und Zahlen zum Stand des gesunden und umweltfreundlichen Verkehrs enthalten.

Weniger Gesundheitskosten durch weniger Verschmutzung und Bewegung

Die "Wiener Deklaration" fordert eine klare pan-europäische Strategie und stellt damit die Weichen für die Transformation hin zu klimaneutraler, gesundheitsfördernder, effizienter und sicherer Mobilität, hieß es bei der Pressekonferenz. Eine Verdoppelung des Radverkehrs in der THE PEP-Region würde Berechnungen zufolge bis zur Zielerreichung 2030 etwa acht Millionen Tonnen weniger CO2 bedeuten und die Luftverschmutzung und die Kosten des Verkehrslärms reduzieren. Ebenso würden dadurch europaweit auch jährlich 30.000 frühzeitige Todesfälle aufgrund von Bewegungsmangel verhindert werden. Durch die Reduktion der Krankenstandstage und Bewegung als Gesundheitsvorsorge werden jährliche Einsparungen von 85 Milliarden Euro erwartet und auch die volkswirtschaftlichen Kosten von Autounfällen würde sich jährlich um 7,9 Milliarden Euro reduzieren. Insgesamt beträgt bei Zielerreichung 2030 der volkswirtschaftliche Nutzen des Radverkehrs in Europa 260 Milliarden Euro pro Jahr.

(APA/red)

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