Wiener Anwalt in Josefstadt erpresst und mit dem Umbringen bedroht

Ein Wiener Anwalt wurde erpresst - es kam zu einem Cobra-Einsatz
Ein Wiener Anwalt wurde erpresst - es kam zu einem Cobra-Einsatz ©BilderBox.com/APA (Sujet)
Zu einem Erpressungsversuch mit vorgehaltener Waffe kam es scheinbar in Josefstadt: Ein 49-Jähriger soll einen Wiener Anwalt erpresst und 400.000 Euro gefordert haben. Einen diesbezüglichen Medienbericht bestätigte Polizeisprecher Thomas Keiblinger.

Nach dem Bericht der Tageszeitung “Österreich” (Freitagausgabe) kam der Täter am Mittwoch vergangener Woche in die Kanzlei in der Josefstadt und gab sich als Geschäftspartner des Mannes aus, der durch Aktivitäten des Advokaten viel Geld verloren habe.

Schuss fiel in Kanzlei in Josefstadt

Der 40-jährige Anwalt wurde laut “Österreich” mit angesetzter Schusswaffe mehrfach mit dem Umbringen bedroht, außerdem soll ein Schuss in die Wand der Kanzlei abgegeben worden sein. Der 49-Jährige soll den Juristen gefesselt haben, der zusagte, zumindest 100.000 Euro zu zahlen. Für den Folgetag wurde eine Geldübergabe in einem Mariahilfer Traditionskaffeehaus vereinbart.

Erpresser im Kaffeehaus festgenommen

Doch der Erpresser kam erst zwei Tage später. Im Kaffeehaus erwarteten ihn zwei verdeckte Ermittler des Sondereinsatzkommandos COBRA und nahmen den Verdächtigen fest. Er sitzt bereits in U-Haft.

Details zu dem Vorfall

Wie sich später am Freitag herausstellte, dürfte der Überfall auf den Wiener Rechtsanwalt am Abend des 10. Februar  weit dramatischer als ursprünglich berichtet verlaufen sein. Der Jurist versuchte aus seiner Kanzlei in Wien-Josefstadt zu flüchten, wurde von dem 49-jährigen Mann, der ihn mit einer Schusswaffe – vermutlich eine Walther PPK – bedroht und 400.000 Euro verlangt hatte, aber noch im Vorzimmer eingeholt.

Schlag mit Griff der Pistole

Der 49-Jährige, der mittlerweile wegen schwerer Erpressung in U-Haft sitzt, schlug dem Anwalt den Griff der Pistole auf den Kopf. Angeblich soll sich dabei ein Schuss gelöst haben, was sich von der Tatortgruppe der Polizei vorerst aber nicht verifizieren ließ. Das vom Anwalt bezeichnete Einschussloch im Eingangsbereich stellte sich als Bohrloch heraus.

Der unter anderem auf Immobilienrecht spezialisierte Advokat hatte am Dienstag vergangener Woche für 20.30 Uhr mit einer Frau einen Gesprächstermin vereinbart. Diese erschien dann in Begleitung des 49-Jährigen und entfernte sich rasch wieder – vorgeblich, um Aktenteile aus ihrem Auto zu holen.

Anwalt in Todesangst

Darauf soll der 49-Jährige die Pistole gezogen und dem Anwalt beschieden haben: “Ich habe den Auftrag dich umzubringen, aber du kannst dich für 400.000 Euro freikaufen.” In Todesangst gab der Jurist zu verstehen, er könne allenfalls 100.000 Euro aufbringen, worauf ihn sein bewaffnetes Gegenüber aufforderte, ihm mithilfe eines auf dem Schreibtisch befindlichen Laptops seinen Kontostand nachzuweisen. Dem kam der Anwalt, dem die Hände auch noch mit einem Kabelbinder gefesselt wurden, nach. Zusätzlich wurde der Jurist auch noch mit einer Spritze und einer Gartenschere bedroht und damit dazu gebracht, Blankounterschriften zu tätigen und Aktenteile eines Immobiliengeschäfts zu unterzeichnen.

Dieser Immobiliendeal, bei dem ein Bekannter des 49-Jährigen bis zu 1,4 Millionen Euro verloren haben soll, dürfte das Motiv für den gewalttätigen Auftritt gewesen sein. Am Ende soll der 49-Jährige dem Rechtsanwalt mit der Pistole ins Gesicht gezielt und verlangt haben, dieser habe 100.000 Euro zu bezahlen. Andersanfalls werde er “nicht mehr in Sicherheit leben können”.

Unter Polizeischutz ins Spital

Nachdem der Angreifer die Kanzlei verlassen hatte – zuvor hatte er die Fesseln des eingeschüchterten Akademikers mit der Gartenschere zerschnitten – , flüchtete sich der Jurist zu seinem Nachbarn, der die Polizei verständigte. Seine infolge des Schlags erlittene Rissquetschwunde an der Stirn ließ der Anwalt später im AKH behandlen, wobei er darauf bestand, unter Polizeischutz ins Spital gebracht zu werden.

Der 49-Jährige wurde am vergangenen Freitag festgenommen. Wie die Tageszeitung “Österreich” in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, erwarteten ihn an dem Ort, der für die Geldübergabe ausgemacht worden war, mehrere Polizeibeamte mit Handschellen. Der von der Kanzlei Kollmann Wolm vertretene Verdächtige hat sich in einer ersten Beschuldigteneinvernahme zum Tatsächlichen grundsätzlich geständig gezeigt, dabei jedoch betont, er habe den Anwalt “in Rage verbal bedroht”.

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(apa/red)

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