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Wiener Alzheimer-Impfstoff in Erprobung

©© bilderbox
Derzeit leiden rund 100.000 Menschen in Österreich an Demenz, vor allem an Morbus Alzheimer. Die vorhandenen Medikamente können an der Erkrankung selbst nichts ändern.

Sie lindern die Symptome zeitweilig. Das Wiener Gentechnik-Unternehmen Affiris will die Situation mit einem therapeutischen Impfstoff ändern. Angelaufen an Patienten sind zwei Studien, welche die Sicherheit unterschiedlicher Vakzine untersuchen sollen, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die Impfstoffstrategie: Morbus Alzheimer ist im Gehirn durch Ablagerungen von falsch gespaltenem und nicht abbaubarem Beta-Amyloid-Protein gekennzeichnet. Therapeutische Vakzine sollen Antikörper dagegen hervorrufen und zum Abbau beitragen. Als Antigene für die Impfstoffe könnte – theoretisch – Beta-Amyloid dienen, doch ein Impfstoff, der von dem irischen Gentechnik-Unternehmen Elan entwickelt wurde, war ein Fehlschlag. Das Immunsystem mancher Geimpfter griff das Gehirn an.

Affiris hat hier einen Mimotop-Zugang gewählt. Zunächst werden kurze Aminosäure-Sequenzen (Peptiden) identifiziert, die sich ausschließlich in dem toxischen Beta-Amyloid befinden. Dann werden sie künstlich in großer Reinheit produziert und als Antigene eingesetzt. Das soll unerwünschte immunologische Reaktionen verhindern.

Walter Schmidt, Firmengründer von Affiris: “Wir haben mit AFFITOP AD01 und AFFITOP AD02 zwei solcher Impfstoffe entwickelt. Sie unterscheiden sich bloß in der Abfolge der Aminosäuren in den Peptiden. Für eine Vakzine könnten wir die Antigene auch mischen.”

An der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie unter Markus Müller wird seit September vergangenen Jahres eine insgesamt ein Jahr dauernde Studie mit 24 Alzheimer-Patienten unter Verwendung der erstentwickelten Vakzine durchgeführt. Eine ähnliche Phase-I-Studie (Sicherheit) wurde mit der zweiten Vakzine vor kurzem begonnen. Die Probanden werden vier Mal im Abstand von jeweils einem Monat subcutan (unter die Haut, Anm.) mit dem Impfstoff immunisiert. Eine immunologische Reaktion sollte nach mehreren Impfungen einsetzen.

Bei den Probanden handelt es sich um Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz. Sie müssen in der Lage sein, ihre Zustimmung zur Teilnahme zu geben. In die erste Studie wurden bereits neun Patienten eingeschlossen. Schmidt: “Die Hoffnungen gehen dahin, dass man mit einem solchen Impfstoff die Krankheit stabilisieren könnte.” Eine größere Phase-II-Studie mit rund 300 Patienten ist für kommendes Jahr geplant.

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