Wiener AKH-Personal: Impfdurchbrüche sehr selten

Die Analyse umfasste die Daten von mehreren tausend immunisierten AKH-Beschäftigten.
Die Analyse umfasste die Daten von mehreren tausend immunisierten AKH-Beschäftigten. ©APA/GEORG HOCHMUTH (Symbolbild)
Forscher des Wiener AKH (MedUni Wien) haben sich mit der Covid-19-Impfkampagne an den Wiener Universitätskliniken auseinandergesetzt.
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Die Rate der SARS-CoV-2-Infektionen nach der Impfung lag monatlich im Promillebereich. Es gab kaum Unterschiede zwischen der verwendeten mRNA-Vakzine und einem Vektorimpfstoff.

Veröffentlichung von Studie

Sophie Brunner-Ziegler (Universitätsklinik für Innere Medizin II) und die Co-Autoren haben ihre Studie vor wenigen Tagen online in der Fachzeitschrift "Clinical Microbiology and Infection" veröffentlicht. Der Ausgangspunkt, so die Wissenschafter: "Am Allgemeinen Krankenhaus in Wien wurde ein freiwilliges SARS-CoV-2-Impfprogramm (mit damals noch geplanten zwei Teilimpfungen; Anm.) durchgeführt, das für alle geeigneten Angehörigen des Personals zugänglich war. Es wurde im Jänner (12. Jänner; Anm.) gestartet und lief bis Ende Mai 2021." Insgesamt wurden 8.309 Dosen der mRNA-Vakzine von Pfizer/BioNTech und 8.757 Dosen des Vektorimpfstoffs von AstraZeneca verabreicht. "Die Bereitschaft zur Impfung war extrem hoch (mehr als 95 Prozent)", stellten die Wissenschafter fest.

Daten von über 8.000 immunisierten AKH-Beschäftigten analysiert

Für die Studie wurden die Daten von 8.553 immunisierten Beschäftigten des AKH analysiert. Die Beobachtungszeit dauerte über den gesamten Zeitraum der Impfkampagne hinweg bis 31. Juli. Insgesamt kam es bei 78 der Immunisierten zu einer SARS-CoV-2-Infektion. 25 der Fälle betrafen Personen, welche den mRNA-Impfstoff erhalten hatten, 53 Menschen nach Impfung mit der Vektor-Vakzine.

Die Wissenschafter errechneten die Rate der monatlich aufgetretenen Infektionen nach der Impfung in drei Kategorien: bei vollständig Geimpften (nach mehr als 14 Tagen nach der zweiten Dosis), teilweisen Geimpften (mehr als 21 Tage nach der ersten, aber weniger als 14 Tage nach der zweiten Dosis), sowie unzureichend Geimpften (weniger als 22 Tage nach der ersten Dosis).

Häufigkeit von SRS-CoV-2-Infektionen

Bei den vollständig Immunisierten traten pro Monat SARS-CoV-2-Infektionen mit einer Häufigkeit von 0,06 Prozent nach der Pfizer/BioNTech-Vakzine auf. Bei Verwendung der AstraZeneca-Vakzine lag diese Rate nur bei 0,04 Prozent. Bei den erst teilweise Immunisierten betrugen die Infektionsraten 0,34 Prozent (Pfizer-BioNTech) bzw. 0,32 Prozent (AstraZeneca). Die zum Zeitpunkt der Infektion noch unzureichend Geimpften hatten über die Beobachtungsperiode hinweg ein monatliches Risiko von 0,18 Prozent (Pfizer/BioNTech) bzw. 0,57 Prozent (AstraZeneca).

"Es gab keine Notwendigkeit einer Spitalsaufnahme wegen Covid-19 und keine Todesfälle", stellten die Autoren fest. Sechs der Infektionen waren bereits auf die zum Studienzeitpunkt noch "neue" Delta-Variante des Virus zurückzuführen. "Sowohl BNT162b2 (mRNA-Impfstoff; Anm.) als auch ChAdOx1-S (Vektorimpfstoff; Anm.) verhindern wirksam Impfdurchbrüche. Es ist aber wichtig, dass alle empfohlenen Dosen der Vakzine verabreicht werden", schrieben die Wissenschafter in der Zusammenfassung ihrer Studie (https://doi.org/10.1016/j.cmi.2021.11.023).

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(APA/Red)

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