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Wien will sexistische Werbung eindämmen

Ein Paradebeispiel: Die nicht nur technisch extrem schlechte Kampagne 2010 für eine Brauerei.
Ein Paradebeispiel: Die nicht nur technisch extrem schlechte Kampagne 2010 für eine Brauerei. ©Helge Fahrnberger/helge.at
Sex sells -diese alter Werberweisheit sorgt für eine Reizüberflutung mit weiblichen Körpern auf den Straßen von Wien.

“Das Ziel muss sein, dass in unserer Stadt jede Frau sicher, selbstbestimmt und frei von Sexismus leben kann”, bekräftigte Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (S) in einer Pressekonferenz am Mittwoch. Langfristig forderte Frauenberger, auf Bundesebene eine gesetzliche Regelung gegen sexistische Werbung zu schaffen.

Watchgroup soll aufpassen

Neben Graz und Salzburg will nun auch Wien ein Zeichen gegen sexistische Werbung mit der Gründung einer eigenen Werbewatchgroup setzen. Das von Frauenberger angestrebte Ziel: “In Wien ist kein Platz für sexistische Werbung und deswegen werden wir mit der neuen Werbewatchgroup mehr Bewusstsein schaffen und die Bürger sensibilisieren.” Das aus internen und externen Mitgliedern bestehende Team der Werbewatchgroup wird von der Frauenabteilung der Stadt Wien (MA 57) koordiniert und besteht aus Frauen und Männern.

Beschwerden können von den Bürgern oder den Fachleuten des Teams eingebracht werden. Diese werden dann in Zusammenarbeit mit den Werbewatchgroups in den Bundesländern anhand eines Kriterienkatalogs bewertet. Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt über die zugehörige Homepage. Verstöße werden an den Werberat weitergeleitet. Eine Konkurrenz zu diesem, so wurde heute betont, solle die Watchgroup nämlich nicht sein.

Sexistische Werbung ist überall

Hintergrund der Aktion sei es, die größtenteils von der Werbung vermittelten Frauenbilder aufzubrechen: Permanent leicht bekleidete Frauen oder typische Rollenbilder – wie das der fürsorglichen Mutter oder des jungen muskulösen Mannes – in der Werbung zu sehen, würden Erwartungen an Frauen und Männer prägen sowie unser Verhalten massiv beeinflussen, betonte Frauenberger. Folglich würden Geschlechterklischees verschärft und sogar Gewalt zum Teil verharmlost. “Sexistische Werbung ist also keine Frage von Geschmack und Ästhetik, sondern hat zudem auch massive Auswirkungen auf das Körpergefühl von Frauen.” Dabei verwies die Stadträtin auf Studien, wonach die häufigsten psychischen Erkrankungen von Frauen – Essstörungen, geringes Selbstwertgefühl, Depressionen – in unmittelbarem Zusammenhang mit der Werbung stünden.

Die rot-grüne Wiener Koalition hatte daher bereits in ihrem Regierungsprogramm im Jahr 2010 die Schaffung einer Werbewatchgroup festgelegt. Nach rund einem Jahr Vorbereitungszeit ist diese nun gegründet worden. Auf der dazugehörigen Homepage können Beschwerden mittels digitalem Formular eingebracht werden. Im Unterschied zum Werberat ist die Werbewatchgroup nicht befugt, gegen sexistische Werbung Sanktionen zu setzen. Allerdings soll die öffentliche Bekanntmachung von Werbeverstößen über die Homepage einen bewussteren Umgang in Sachen sexistischer Werbung erzielen. Frauenberger bekräftigte, sich auf Bundesebene für ein Verbot gegen sexistische Werbung.

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