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Wien will bei Ressourcenverteilung für Schulen weg vom Gießkannenprinzip

Ressourcen sollen in Zukunft nach Bedarf verteilt werden.
Ressourcen sollen in Zukunft nach Bedarf verteilt werden. ©APA
Mittel, Personal und Know-how an sollen in Wiener Schulen und anderen Bildungseinrichtungen nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip, sondern je nach Bedarf der einzelnen Standorte, verteilt werden.

Dabei gehe es nicht nur um die Herkunft der Schüler, sondern auch um den sozialen Hintergrund ihres Elternhauses, sagte Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) am Mittwoch. Dafür soll in den nächsten Monaten einmal erhoben werden, welchen Background die Schüler in den einzelnen Schulen haben. “Soziale Indexierung” nennt sich das in der Fachsprache. “Dabei geht es nicht nur darum, aus welchem Land die Eltern kommen, sondern auch um deren Einkommen, Berufstätigkeit und Bildungsstandards”, denn davon hingen auch die Bildungs- und Aufstiegschancen der Kids ab, betonte die Ressortchefin in einer Pressekonferenz. Mit den Daten soll in weiterer Folge und unter Berücksichtigung internationaler Vorzeigebeispiele ein Berechnungsschlüssel gefunden werden, um den Bedarf für die einzelnen Schulstandorte zu erheben.

“Das heißt nicht unbedingt mehr Geld”

“Das heißt nicht unbedingt mehr Geld”, verwies Frauenberger etwa auf bauliche Maßnahmen, Personalumschichtungen oder Weiterbildung der Lehrenden. Für September ist dazu eine Enquete geplant, danach will man die konkrete Umsetzung angehen.

Mit diesem Schritt folgt die Stadt einer von mehreren Empfehlungen des “forum wien.welt.offen”, vormals Zuwanderungskommission. Das von den beiden Regierungsparteien SPÖ und Grüne sowie der Oppositionspartei ÖVP getragene und mit zahlreichen Experten besetzte Gremium erarbeitet laufend Vorschläge an die Politik, um Wien im steigenden Wettbewerb internationaler Metropolen besser zu positionieren und Profitpotenziale durch Integration und Vielfalt auszuschöpfen.

Wien will sich als Wissensmetropole positionieren

Handlungsbedarf besteht laut dem Forum auch in Sachen Positionierung der Bundeshauptstadt als Wissensmetropole. “Wien hat in den vergangenen Jahren den Wechsel zur wissensbasierten Gesellschaft erfolgreich vollzogen”, sagte Vorsitzender Thomas Oliva, der zum Beleg ein paar Zahlen nannte: 50 Prozent aller 19- bis 25-Jährigen in Wien würden studieren, damit besuchten rund zehn Prozent der Bevölkerung eine Uni: “Das finden Sie in keiner anderen Millionenstadt.” Mehr als ein Viertel der Studierenden bzw. des wissenschaftlichen Personals komme bereits aus dem Ausland. Dies alles sei kaum jemandem bewusst und müsse daher viel stärker nach innen wie außen aufgezeigt werden.

“Wir haben ein Reputationsproblem” 

Deshalb wird nun ein gemeinsamer englischsprachiger Web-Auftritt aller Unis bzw. Forschungseinrichtungen entstehen. Sie soll die wichtigsten Einrichtungen kurz vorstellen, Studiengänge und einzelne Forschungsarbeiten präsentieren sowie praktische Infos zum Leben und Studieren in Wien beinhalten. Derzeit müsse man sich mühsam durchs Internet klicken, um sich einigermaßen einen Überblick zu verschaffen, hieß es. “Wir haben ein Reputationsproblem”, argumentierte der städtische Uni-Beauftragte Alexander van der Bellen die Notwendigkeit einer solchen Online-Plattform. Es gehe überhaupt um bessere Sichtbarmachung des Forschungsstandorts, bekrittelte der Professor etwa auch, dass es trotz der gelungenen neuen Wirtschaftsuniversität im Prater keine gleichlautende U-Bahn-Station gebe. (APA)

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