Wien-Wahl: Bürgermeister Häupl mischt sich unters Wahlvolk

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Beim Besuch am Stadlauer Kirtag in Wien-Donaustadt verriet Bürgermeister Michael Häupl, dass ihm Wahlkämpfen "Spaß" macht.

Hände schütteln, Schmäh führen und für Erinnerungsfotos posieren: Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) befindet sich derzeit auf Wahlkampftour durch die Bundeshauptstadt und will dabei möglichst viele seiner potenziellen Wähler persönlich treffen. Auf dem Programm steht deswegen auch der Besuch vieler Feste. Freilich werden dort keine politischen Reden geschwungen, sondern es wird vertraut parliert. So auch am Stadlauer Kirtag in der Donaustadt: Mit “Servus” und “Grüß dich”, wird der Stadtchef von allen Seiten freundlich begrüßt, als er mit seinem Tross an Wahlhelfern und Aufpassern über das Veranstaltungsgelände bummelt.

Bis zum Urnengang am 10. Oktober ist Häupl ein besonders vielbeschäftigter Mann: “Meine Arbeitstage haben 16 Stunden”, erklärt er der APA. Dabei lebt er das Prinzip halbe-halbe: Acht Stunden arbeiten, acht Stunden Wahlkampf führen. An den Wochenenden gebe es ebenfalls nur eines: in Sachen Wahlkampf unterwegs zu sein. “Mein Hobby”, beteuert er. “Mir macht das Spass. Man kann mit den Leuten Schmäh führen und die Journalisten sind auch nicht so streng”, fügt er gut gelaunt hinzu. Er sei gerne mit Menschen zusammen.

Dazu hat er am Stadlauer Kirtag auch genügend Gelegenheiten: Hände schütteln links, Hände schütteln rechts, alle wollen Häupl einmal aus der Nähe sehen. Ein Mann kann seine Freude über den hohen Besuch nicht verhehlen. “Ich scheiß mich an, der Bürgermeister!”, rutscht es ihm heraus und lädt den Angesprochenen zu einer Partie Tischfußball ein. Das lehnt Häupl diplomatisch ab: “Du spielst mir einfach zu gut”, stellt er fest und setzt seinen Spaziergang rasch fort. Bei einem Imbissstand, wo es Spanferkel gibt, fällt ihm das Weitergehen schon schwerer, aber schließlich meint er zum Grillmeister: “Schaut super aus, aber weißt eh”, und deutet dabei lachend auf seinen Bauch.

“Ein Sympathischer ist er”, lobt ein Pensionistenehepaar den Bürgermeister. Sie kannten ihn bisher nur aus dem Fernsehen, aber live wirke er noch “viel besser”. Begeistert von Häupl zeigt sich nicht nur Alt, sondern auch Jung: Ein Bub bleibt dem Stadtchef dicht auf den Fersen, um mit seinem Handy ein Erinnerungsfoto zu schießen. Als er das Bild endlich im Kasten hat, freut er sich: “Das zeige ich meiner Mama.” Ein elfjährige Mädchen stellt fest: “Für sein Alter ist er ziemlich nett.” Ihre Freundin nickt zustimmend. Eine Mutter mit Baby im Arm freut sich vor allem über das Wahlgeschenk, das Helfer verteilen: einen Apfel mit Häupl-Aufdruck. “Endlich einmal etwas Gesundes”, murmelt sie beim Erhalt der Frucht. Gelegenheit zum Danke sagen hat sie allerdings nicht, denn Häupl und sein Tross sind bereits weiterspaziert.

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