Erste Intensivpatientin aus Salzburg in Wien angekommen

Zwei Intensivpatienten werden am Mittwoch erwartet, zwei weitere am Donnerstag.
Zwei Intensivpatienten werden am Mittwoch erwartet, zwei weitere am Donnerstag. ©APA
Das Bundesland Wien übernimmt vier Intensivpatienten aus Salzburg, um die dortigen Intensivstationen zu entlasten. Momentan werden in Salzburg 45 Coronapatienten auf den Intensivstationen behandelt. Das sind so viele wie noch nie zuvor.

Insbesondere in Salzburg spitzt sich die Coronavirus-Situation in den Spitälern immer weiter zu. Wien übernimmt nun vier Intensiv-Patienten aus Salzburg. Zwei sollen bereits am Mittwoch in die Bundeshauptstadt geflogen werden, zwei weitere folgen am Donnerstag. In Salzburg mussten am Dienstag bereits 45 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden, so viele wie noch nie zuvor.

Erste Corona-Intensivpatientin aus Salzburg in Wien eingetroffen

Die erste Covid-19-Intensivpatientin aus Salzburg ist am Mittwoch in Wien eingetroffen. Die Frau wurde mit einem ÖAMTC-Rettungshubschrauber in die Bundeshauptstadt geflogen und ins Wiener AKH überstellt. Das teilte Gesundheitsverbund-Sprecher Markus Pederiva am Nachmittag der APA mit. Nach der Frau sollen drei weitere Intensivpatienten von Salzburg nach Wien überstellt werden, um die prekäre Coronavirus-Situation in dem Bundesland zu entspannen.

Keien Covid-Patienten aus anderen Bundesländern in Wien

Aus anderen Bundesländern, die ebenfalls mit kritischen Verhältnissen bei der Intensivbetten-Auslastung befasst sind, dürfte es zunächst keine Verlegungen in die Bundeshauptstadt geben. Zumindest bis am späten Mittwochnachmittag war dergleichen nicht geplant. Allerdings verlieh die Bundeshauptstadt drei Ecmo-Geräte (das sind jene Geräte, bei denen das Blut aus dem Körper herausgenommen und außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und wieder zurückgeführt wird, Anm.) nach Niederösterreich. Diese werden für schwere Covid-Intensivpatienten genutzt, hieß es aus dem Büro von Hacker.

Patienten werden nach Wien geflogen

Die Landeskliniken (SALK) stocken die Intensivbetten bereits auf, Entlastung soll auch die Überstellung bringen. "Im Laufe des Vormittags wird der erste von vier Covid-Intensivpatienten per Hubschrauber aus Salzburg ins Wiener AKH überstellt. Ein zweiter Patient wird ebenfalls am Mittwoch nach Wien geflogen, zwei weitere dann am Donnerstag", berichtete Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) nach einem Telefonat mit Salzburgs Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP). Dieser habe um die Übernahme gebeten. Die Kapazitäten in Wien lassen die Übernahme von vier Patienten zu, sagte Hacker. "Die Pandemie ist nur zu bewältigen, wenn wir alle zusammen helfen - im Bund, zwischen den Ländern und natürlich auch über die Landesgrenzen hinaus", so Hacker.

Haslauer bedankt sich für die Hilfe

In einer gemeinsamen Aussendung bedankten sich Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) und sein Stellvertreter Stöckl dafür. "Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht immer das Wohl der Patienten. Diese solidarische Zusammenarbeit über Grenzen hinweg ist eine der Stärken in Krisenzeiten", wurden Haslauer und Stöckl zitiert. Nicht mal zwei Wochen ist es her, dass Haslauer noch Widerstand gegen weitere Corona-Maßnahmen und den Lockdown geleistet hatte. Noch am 10. November ätzte er, "Virologen hätten am liebsten, dass jeder Salzburger und Oberösterreicher im Zimmer eingesperrt wird."

Auch Salzburg nahm Patienten auf

In der Vergangenheit hat auch Salzburg bereits Covid-19-Patienten übernommen, erst Sonntagnacht einen aus Oberösterreich oder im April 2020 drei aus Frankreich. Die Politiker betonten, dass Coronavirus-Schutzimpfungen die Spitäler entlasten.

(APA/red)

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