Wien Museum zeigt Klimt im Überfluss

Klimt funktioniert als "Werbeagentur für Wien"
Klimt funktioniert als "Werbeagentur für Wien"
Im Ausstellungs-Reigen der Wiener Museen zum Klimt-Jubiläumsjahr "sind jetzt wir dran und hoffen, auch einen Akzent setzen zu können". So kündigte der Direktor des Wien Museums, Wolfgang Kos, am Dienstag "eine unkonventionelle Ausstellung" an: "Wir zeigen alles, was wir haben." Und das ist durchaus beeindruckend.


Das Stadtmusuem rühmt sich, “nicht nur die weltweit umfangreichste Klimt-Sammlung, sondern auch die vielfältigste” zu haben. Erstmals wird der Bestand komplett gezeigt – und mit Souvenir-Kitsch ergänzt. Acht Ölgemälde, darunter die bekannte “Pallas Athene” sowie mit dem Porträt der Emilie Flöge “das kostbarste Objekt, das wir im Museum haben” (Kuratorin Ursula Storch) sowie 411 Zeichnungen stehen im Zentrum der Schau, die am Dienstagabend eröffnet und bis 16. September gezeigt wird.

Wahre Papier-Fluten an Entwürfen, Skizzen und ausgeführten Zeichnungen werden in einer von BWM-Architekten gestalteten und thematisch gegliederten Komplett-Hängung präsentiert, bei der die Wände bis weit über Augenhöhe bespielt und einzelne Meisterzeichnungen subtil hervorgehoben werden.

Empfangen wird der Besucher jedoch von einem originalen blauen Malkittel Klimts, Vintage Prints von Klimt-Fotos, zwei Klimt-Büsten, der Totenmaske des Künstlers sowie der Zeichnung, die Egon Schiele vom toten Kollegen angefertigt hat. Von Anfang an ist klar, dass der Ansatz ein umfassender ist. Mit Klimts Tod wird nicht aufgehört, weder bei den Tourismus-Werbern noch bei den Ausstellungsmachern.

Und wie schätzt Kuratorin Ursula Storch die heutige kunsthistorische Bedeutung des Malers ein? “Für mich ist Klimt vor allem dort spannend, wo er Dinge weglässt”, erklärte sie im Gespräch mit der APA. “Sein erstes Plakat für die Secession, bei dem er mit einer großen, weißen Freifläche arbeitet, war zu seiner Zeit eine Riesen-Provokation.” Überflüssig anzumerken, dass nicht nur das Plakat, sondern auch eine Reinzeichnung im Besitz des Wien Museums ist.

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