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Wien: Mehr Platz für Fußgänger auf der Mariahilfer Straße

Für die Fußgängerfreundlichkeit der Mariahilfer Straße gibt es derzeit viele Pläne
Für die Fußgängerfreundlichkeit der Mariahilfer Straße gibt es derzeit viele Pläne ©austrianpsycho/flickr.com
Die Wiener Grünen haben große Pläne für die Mariahilfer Straße, die vor allem fußgängerfreundlicher werden soll. Eine Fußgängerzone, ein Shared Space oder eine Mischform sind mögliche Optionen für die Einkaufsmeile.
Dialog mit Mahü-Anrainern

Für die Grüne Wiener Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou ist die Sache klar: Auf der Mariahilfer Straße fahren eindeutig zu viele Autos. Sie plant, den Autoverkehr dort drastisch zu reduzieren. Am Donnerstag wurden den Anrainern drei Varianten präsentiert, um dieses Ziel zu erreichen. Denkbar sind demnach die Umwandlung eines Teils der Einkaufsmeile in eine klassische Fußgängerzone, eine Shared-Space-Lösung oder eine Mischform aus beidem. Nun sind die Bürger selbst gefragt – sie sollen ihre Vorschläge machen.

Möglich ist für die Mariahilfer Straße vieles

Erste Maßnahmen könnten bereits im Sommer 2012 umgesetzt werden, kündigte die Ressortchefin im Gespräch mit Journalisten an. Die Wirtschaftskammer fürchtet indes “massive Einbußen” für einige Branchen. Sie selbst wolle sich noch auf keine der drei Varianten festlegen, betonte Vassilakou. Es sei auch noch nicht sicher, dass eines der Konzepte auch genau so umgesetzt werde. Man könne nämlich auch diverse Elemente der präsentierten Möglichkeiten mischen.

Ziel sei es jedenfalls, die “Mahü” weitgehend autofrei zu kriegen. Laut Erhebungen macht der Autoanteil auf der Shoppingmeile rund 30 Prozent des Gesamtverkehrsaufkommens aus. 63 Prozent sind Fußgänger, der Rest teilt sich auf Radfahrer und Öffis (ohne U-Bahn) auf. Die Lösungsvorschläge beruhen auf zuvor durchgeführten Studien.

Die Drei Mahü-Ideen im Detail

Die erste Variante sieht eine Fußgängerzone im unteren Straßenabschnitt, konkret zwischen Andreasgasse und Stiftgasse, vor. Der Radverkehr bliebe dort dennoch erlaubt, Wirtschafts- und Anrainerverkehr wären ebenso möglich.

Das zweite Konzept würde die Mariahilfer Straße in einen sogenannten Shared Space verwandeln, auf der alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt unterwegs sein können. Dafür müsste die Shoppingmeile niveaufrei gemacht werden, Ampeln und Verkehrszeichen würden größtenteils verschwinden. Autos könnten bei dieser Lösung auch weiterhin auf der “MaHü” unterwegs sein, allerdings mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde. Vassilakou verwies allerdings darauf, dass Experten hier noch prüfen müssten, inwieweit dies für die gesamte Straße umsetzbar wäre, schließlich würde es sich hier um das “längste Shared-Space-Modell weltweit” handeln.

Die dritte Möglichkeit ist eine Art Mischform aus Vorschlag eins und zwei: Die Mariahilfer Straße wären zwischen Gürtel und Theobaldgasse prinzipiell autofrei, Querungen aber nach wie vor möglich. Folglich würden die Kreuzungsbereiche als Shared-Space-Flächen genutzt werden. Lieferverkehr und die Zufahrt zu Anrainergaragen wären ebenso erlaubt.

Ausweichen der Autos befürchtet

Aus den betroffenen Bezirken Mariahilf und Neubau gibt es seit längerem die Befürchtung, dass Autofahrer in umliegende Nebenstraßen ausweichen, wenn sie auf der Mariahilfer Straße nicht mehr oder nur noch eingeschränkt fahren dürfen. Konkrete Lösungen dafür gebe es noch nicht, so Vassilakou. Diese würden erst erarbeitet, wenn klar sei, welches Modell letztendlich umgesetzt werde.

Dabei soll der Meinung der Bürger viel Platz eingeräumt werden. Sie können sich nicht nur bei zwei weiteren “Dialogforen” im “ega” (22. November) und im Hofmobiliendepot (24. November) aktiv einbringen, sondern auch online Ideen deponieren.

Die Wirtschaftskammer hat bereits jetzt Bedenken, was einzelne Branchen betrifft. Unternehmen mit transportintensiver Ware, also beispielsweise Elektro- oder Möbelgeschäfte, würden “massive Einbußen” drohen, befürchtete Paulus Stuller, Vizepräsident der Wiener Wirtschaftskammer, im APA-Gespräch. Außerdem müsse der Zu- und Ablieferverkehr weiterhin möglich sein – egal, welche Variante kommt, forderte er. Im Falle einer Fußgängerzone sei außerdem eine Beschränkung des Lieferverkehrs bis lediglich 10:30 Uhr nicht denkbar, da ein Großteil der Lieferungen erst später erfolge. Man habe aber mit den politisch Verantwortlichen eine durchaus positive Diskussionsbasis, versicherte Stuller. Man darf also gespannt bleiben, wie es mit der Mariahilfer Straße weitergeht – und kann selbst auch ein wenig Einfluss darauf nehmen.

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