Wien: Ludwig bremst bei Öffnungsversprechungen

Wiener Bürgermeister: Werden nicht alles auf einmal öffnen können.
Wiener Bürgermeister: Werden nicht alles auf einmal öffnen können. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig ist deutlich vorsichtiger bei Versprechungen über Öffnungen als Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Außerdem äußerte er Kritik am burgenländischen Landeshauptmann Doskozil.
Kurz verspricht Öffnungen im Mai

In den Spitälern gebe es noch keine signifikante Entspannung. Er sei daher vorsichtig, was die angekündigten Öffnungen im Mai betrifft, sagte Ludwig im "Ö1" am Samstag. Kurz hatte für den kommenden Monat Öffnungsschritte angekündigt und zwar in allen Bereichen von Kultur über Sport, Gastronomie bis Tourismus.

Ich gehöre zu jenen, die bei den Öffnungsschritten sehr vorsichtig agieren. Vor allem angesichts der Belegzahlen in den...

Gepostet von Michael Ludwig am Samstag, 17. April 2021

Ludwig will bei Öffnungen nach Lockdown vorsichtig sein

Er sei angesichts der Belagszahlen an den Intensivstationen "vorsichtig und möchte keine Erwartungen wecken", die nicht erfüllt werden können, sagte Ludwig und legte sich explizit nicht auf fixe Öffnungen, wie sie für Mitte Mai erwartet werden, fest. In den Spitälern gebe es eine leichte Senkung der Zahlen, aber keine signifikante Entspannung. Dass alles gleichzeitig geöffnet werden kann, werde nicht möglich sein.

Scharfe Kritik an Doskozil

Kritik übte Ludwig an seinem burgenländischen Amtskollegen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ), der - anders als Wien und Niederösterreich - mit kommendem Montag den Corona-Lockdown in seinem Bundesland beendet. Jeder trage die Verantwortung für sein Bundesland. "Ich habe mich für einen anderen Weg entschieden, weil mir die Gesundheit der Menschen das Wichtigste ist." Doskozil trage die Verantwortung für die Entwicklung in seinem Bundesland. Es wäre wichtig, dass Bundesländer solidarisch miteinander sind, so Ludwig, der aber keine burgenländischen Patienten in Wien ablehnen will.

Noch schärfere Kritik an Doskozil übte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) Freitagabend in der "ZiB2". Während der Wiener Bürgermeister Ludwig "den richtigen und notwendigen Weg" gehe, öffne Doskozil zu früh. "Diese Öffnungsentscheidung geben die Zahlen auf den Intensivstationen im Burgenland überhaupt nicht her, diese Entscheidung für Öffnung ist zu früh". "Die Zahlen auf den Intensivstationen im Burgenland sind sehr, sehr hoch, sind die höchsten überhaupt", so Rendi-Wagner. Dosokozil werde die Frage zu beantworten haben: "Kann er allen Burgenländerinnen und Burgländern in den nächsten Wochen und Monaten eine sichere intensivmedizinische Versorgung, wenn sie es benötigen, auch garantieren."

(APA/Red)

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