Wien lag den Fantastischen Vier beim Konzert in der Stadthalle zu Füßen

Die Fantastischen Vier begeisterten ihr Publikum in der Stadthalle.
Die Fantastischen Vier begeisterten ihr Publikum in der Stadthalle. ©APA
Die Fantastischen Vier beehrten am Freitagabend Wien. Bei dem Konzert in der Stadthalle wurde gerappt, getanzt und gefeiert - die Fans lagen der Band zu Füßen.
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“Wien, ihr seht gut aus!” Als Thomas D. das obligatorische Kompliment ans Publikum richtete, lag ihm jenes schon zu Füßen: Mit den Fantastischen Vier gastierte am Freitagabend eine deutsche Hip-Hop-Institution in der Bundeshauptstadt und machte gleich zu Beginn klar, warum man nach 25 Jahren immer noch die Massen anzieht. Ein bombastischer Auftakt inmitten der Fans ließ keine Zweifel aufkommen.

Konfetti und Jubel in der Wiener Stadthalle

Denn während die musikalische Leitfigur And.Ypsilon mit fünf Instrumentalisten auf der Bühne thronte, rollten die Rapper Thomas D., Michi Beck und Smudo die Stadthalle quasi von hinten auf. Nach einem sich ziehenden Intro erklommen sie zu den Klängen von “25” eine Plattform im hinteren Hallenbereich und legten mehr als engagiert los. Da flogen die Hände in die Luft und das Konfetti von der Decke, als man schließlich den Weg quer durch die Menschenmenge zum eigentlichen Auftrittsort antrat.

Zweistündiges Konzert der Fanta 4

Wurde damit in den ersten zehn Minuten der Rahmen abgesteckt, füllte ihn die Stuttgarter Band in den folgenden zwei Stunden mit einer ansprechenden Auswahl ihres Schaffens: Ein “Dicker Pulli” vertrat etwa den von Michi Beck angekündigten “Old School Shit”, während der Sprung zum Ende der 90er mit “Buenos Dias Messias” oder “Die Stadt die es nicht gibt” etwas härter und nachdenklicher ausfiel. Und während der knackige Schnellschuss “Locker bleiben” mit Wortwitz und kantigem Beat überzeugte, lud ein psychedelisch angehauchter “Tag am Meer” zum Träumen ein. Der Aufforderung, ihre Smartphones zu zücken und leuchten zu lassen, kamen die Fans hier nur zu gerne nach.

Die Fantastischen Vier und ihr Publikum

Denn Verschnaufpausen gab es ohnehin nur wenig, setzten die Fantastischen Vier doch mehr auf Interaktion durch Musik denn leeres Geplapper zwischen den Stücken. Und wenn doch, so gab es in erster Linie Danksagungen an die eigene Anhängerschaft, die sich in den zweieinhalb Dekaden dieser Karriere ordentlich durchgemischt hat. Da standen Jung und Alt Seite an Seite und nickten zu “MfG” mit dem Kopf, schwangen das Tanzbein zu “Und los” oder litten mit Michi Beck bei “Sie ist weg”.

Rap in familienfreundlicher Variante

Letztlich war es auch an der Zeit, dass die Fantas ihre Fans mit der “Rekord”-Tour zum Jubiläum beglückten: Eigentlich war das Gastspiel bereits für Anfang Dezember angesetzt, allerdings kam Smudo und Michi Beck ein Engagement bei der Castingshow “The Voice of Germany” dazwischen. Nicht nur das ein Zeichen dafür, dass der Sprechgesang dieser Mittvierziger schon lange in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Wo anderenorts Rap noch als Underground und Außenseitertum verkauft sowie mit entsprechend explizitem Vokabular und Inhalt ausgestattet wird, sind Fanta 4 quasi die zugängliche, familienfreundliche Variante dieses Stils.

Über die Band

Wobei sich die Band seit dem Beginn ihrer Karriere nicht einengen hat lassen: Spätestens mit “Die 4. Dimension” öffnete man sich für neue Einflüsse und in den vergangenen Jahren wurde zweifellos das Pop in populärer Musik betont. Ob rockige Gitarren in “Ernten was wir säen”, nachdenkliche Romantik im von Thomas D. dargebotenen “Liebesbrief” oder Party-Zeit mit dem “Picknicker” – hier war wohl für jeden etwas dabei, konsequent intoniert von einer erfahrenen Gruppe und abgerundet von einer fein abgestimmten Lichtshow. In dieser Form kann die Silberhochzeit jedenfalls noch getoppt werden. (APA)

>> Konzert-Highlights im Jänner 2015

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