Wien: Krankenhaus Nord von Albert Wimmer errichtet

Albert Wimmer ist der Architekt, der für das neue "Krankenhaus Nord" in Wien verantwortlich zeichnen wird. Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S) hat am Donnerstag den Sieger des EU-weiten Architekturwettbewerbs präsentiert.

Nach der Kür von Wimmers Entwurf soll 2010 mit den Bauarbeiten am neuen Großkrankenhaus im Bezirk Floridsdorf begonnen werden, das 2015 in Vollbetrieb gehen könnte, wie der Chef des Krankenanstaltenverbundes (KAV), Wilhelm Marhold, schätzte.

Wimmer habe sich gegen 37 weitere Einreichungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgesetzt, berichtete Marhold. Dabei sei das Votum mit zwölf von 15 Jurymitgliedern eindeutig ausgefallen.

Die Juryvorsitzende Silvia Gmür, Präsidentin der Schweizer Architektenkammer, lobte am Wimmer-Entwurf die transparente Konstruktion, die auf Tageslicht setze, keine labyrinthische Struktur aufweise und vor allem bei Bedarf erweiterbar sei. “Bis das gebaut ist, stehen wahrscheinlich schon die nächsten Projekte an”, verwies die Architektin auf die schnellen Veränderungen im Gesundheitswesen.

Ziel sei zugleich die Errichtung eines “Wohlfühlspitals”, das alle Stückerln spiele, so Wehsely. “Wohlfühlen heißt Effizienz”, umriss Wimmer seinen Ansatz, der zwei Gebäuderiegel vorsieht, die eine “Piazza” umschließen. Von einem der Baukörper gehen dann drei eigenständige Flügel ab. Sein Leitsatz bei der Konzeption sei gewesen, “es darf nicht nach Spital riechen”, meinte Wimmer.

Das Haus, das auf einem rund 120.000 Quadratmeter großen ÖBB-Grundstück an der Brünner Straße entsteht, wird über 850 Betten verfügen, die sich ausschließlich in Ein- und Zweibettzimmern finden. Über die Kosten für den Bau könne man derzeit noch keine Aussage treffen, betonten die Verantwortlichen. Dies hänge von der Detailplanung ab.

2010 will man jedenfalls mit den Bauarbeiten beginnen, die bis 2014 abgeschlossen sein könnten. Zum Vollbetrieb werde es dann jedoch noch etwas dauern, weshalb man derzeit 2015 als Enddatum anpeile, so Marhold.

Das bisherige Krankenhaus Floridsdorf, die Semmelweis-Frauenklinik und das Orthopädische Krankenhaus Gersthof werden dann komplett in das neue Spital übersiedeln. Aus dem Krankenhaus Hietzing ziehen Herzchirurgie, Kardiologie und Teile der Neurologie im neuen Krankenhaus Nord ein.

Das Otto-Wagner-Spital gibt Teile der Pulmologie, Thoraxchirurgie sowie der Psychiatrie ab. Aus dem Wilhelminenspital wird ein Teil der Kinder- und Jugendheilkunde in den Norden Wiens transferiert. Zusätzliche Betten wird es am neuen Standort für die Kinder- und Jugendpsychiatrie und für die Unfallchirurgie geben.

Öffentlich erreichbar wird das neue Krankenhaus mit der Schnellbahnlinie S3, den Straßenbahnlinien 30 und 31 sowie den Bussen 228, 420 und 426 sein. In der nach einem Gemeinderatsbeschluss wieder aufgeflammten Diskussion, ob die U-Bahn-Linie U6 zum Krankenhaus verlängert werden soll, könne man keine Aussage treffen, betonte Wehsely. Die Flächen für eine etwaige Station seien freigehalten worden, es gebe aber keine konkreten Planungen.

 

brünner straße, wien, 1210

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