Wien fördert künftig auch Firmenmeetings

Künftig fördert Wien auch Firmenmeetings.
Künftig fördert Wien auch Firmenmeetings. ©pixabay.com (Sujet)
In Wien sind Kongresse ein maßgeblicher - und von der Stadt unterstützter - Wirtschaftsfaktor. Der Tourismus in Wien ist in der Coronapandemie allerdings nahezu zum Erliegen gekommen.

Um ihn wieder anzukurbeln, werden erstmals auch reine Firmenevents finanziell unterstützt. Sogar Wiener Betriebe können auf diese Art Tourismusförderung lukrieren. Voraussetzung dafür ist aber die Anmietung einer Tagungs-Location.

Förderung wird von 2021 bis 2023 ausgeschüttet

Die neue Förderung wird von 2021 bis 2023 ausgeschüttet. Um sie zu erhalten, gibt es einige Mindestvoraussetzungen, wie Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ), Tourismusdirektor Norbert Kettner und Christian Woronka, der Leiter des Vienna Convention Bureaus, im Gespräch mit Journalisten erläuterten. Das Event muss in einer am Markt buchbaren Örtlichkeit gegen Bezahlung stattfinden, also etwa in einem Hotel. Mindestens 50 Teilnehmer müssen direkt anwesend sein. Auch eine Mindestdauer ist zu berücksichtigen: Firmentagungen werden ab einem Zeitraum von vier Stunden gefördert.

Allerdings darf es sich nicht um eine reine Abendveranstaltung handeln. Weihnachtsfeiern sind damit zum Beispiel ausgeschlossen. Auch Messen und Ausstellungen sind im Förderprogramm nicht miterfasst. Nächtigungen muss die Veranstaltung nicht notwendig bringen, die Zuwendung ist aber höher, falls sie dies tut. Rein theoretisch können aber auch Wiener Firmen für ihr Treffen um eine Subvention ansuchen. Im Maximalfall - also bei Events mit mindestens 3.000 Teilnehmern und zahlreichen Übernachtungen - können bis zu 60.000 Euro bezogen werden.

Förderung über "Vienna Meeting Fund"

Die Förderung geschieht über den neu ins Leben gerufenen "Vienna Meeting Fund", der mit 4 Mio. Euro dotiert ist und für Kongresse sowie Corporate Events gedacht ist. Mit diesem "Restart-Programm" werden auch hybride Events gefördert, also Treffen, bei denen Videokonferenzen ein wesentlicher Bestandteil sind. Dass Tagungen künftig ganz in den virtuellen Raum ausweichen, glaubt man in Wien aber nicht. Das Netzwerken abseits der offiziellen Panels sei ebenfalls wichtig - und online in dieser Form nicht möglich, gibt man zu bedenken.

Das wieder aufkeimende Interesse an Zusammenkünften in der Donaumetropole scheint den Wiener Touristikern Recht zu geben. Erste Events - wie die "Summer Edition" des Europäischen Radiologenkongresses - sind bereits für die nächsten Monate angekündigt. Großteils handelt es sich hier noch um hybride Treffen. Im kommenden Jahr dürfte die Zahl der tatsächlich anwesenden Personen dann sukzessive steigen. So sind etwa 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Firmenevent eines chinesischen Kosmetikkonzerns im Frühjahr 2022 angesagt. Fast 2.000 Personen sind dann im Juli 2022 beim "World Social Entrepreneurs Marketplace" im Austria Center laut derzeitigem Stand mit dabei. Erfolgreiche Akquiseprozesse werden auch bereits für Meetings in den darauffolgende Jahren vermeldet.

Bevor die Coronapandemie den Tourismus in Wien weitgehend lahmlegte, sorgten allein Kongresse und Tagungen für eine Wertschöpfung von rund 1 Mrd. Euro. Hingewiesen wird vor allem auf die Ausgabefreudigkeit der Teilnehmer. Der Kongressgast lässt im Durchschnitt täglich 541 Euro in Wien. Das ist mehr als ein durchschnittlicher Besucher, der im Schnitt nur 276 Euro ausgibt. Um Wien als Treffpunkt wieder in Erinnerung zu rufen, wird auch geworben. Mitte Mai startet dazu eine internationale Imagekampagne mit dem Titel "Vienna: A pleasure doing business".

(APA/Red)

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