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Wien erhält seine dritte Müllverbrennungsanlage

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Wiens dritte Müllverbrennungsanlage (MVA) ist fertig und wird am Samstag feierlich eröffnet. Hier sollen ab jetzt jedes Jahr 250.000 Tonnen Müll in Fernwärme und Strom verwandelt werden. Stadtreporter Video:

Nach gut zwei Jahren Bauzeit soll die rund 220 Mio. Euro teure MVA Pfaffenau in Simmering künftig bis zu 250.000 Tonnen Restmüll pro Jahr in Fernwärme und Strom umwandeln – und das nach höchsten Umweltstandards, wie die zuständige Stadträtin Ulli Sima (S) in einer Pressekonferenz am Montag versicherte.

Sima bezeichnete den Bau als “Meilenstein für die Wiener Abfallwirtschaft”, der die Entsorgungssicherheit für weitere Jahrzehnte garantiere. Derzeit laufe der Müllofen noch im Probebetrieb, hieß es. Die volle Kapazitätsleistung soll noch im Laufe dieses Jahres, spätestens aber zu Beginn 2009 erreicht werden. Dann wird die Anlage jährlich cirka 410 Gigawattstunden (GWh) Fernwärme und 65 GWh Strom produzieren. Damit können rund 50.000 bzw. 25.000 Wiener Durchschnittshaushalte versorgt werden.

Foto: APA

Als wesentlichen Grund für die Errichtung der “Hightech-Anlage” nannte Sima die ab 1. Jänner 2009 gültige EU-Deponieverordnung. Gemäß dieser sind Ablagerung von unbehandeltem Restmüll verboten, zusätzliche Verbrennungskapazitäten in Wien seien somit nötig geworden.

Und so funktioniert die neue Anlage: Der von Fahrzeugen der MA 48 (Magistratsabteilung für Abfallwirtschaft) angelieferte Mist wird in den 18.000 Kubikmeter fassenden Mullbunker gekippt, durchmischt und in die sogenannten Aufgabetrichter der beiden Verbrennungsroste aufgelegt. 32 Tonnen Restmüll pro Stunde werden so verbrannt. Mit dem dabei entstehenden Dampf wird eine Turbine angetrieben, welche die übertragene Energie in Strom umwandelt. Gleichzeitig wird die dabei abgeführte Wärme in das direkt angeschlossene Fernwärmenetz eingespeist.

Durch den Einsatz einer vierstufigen Rauchgasreinigungsanlage würden niedrigste Emissionswerte erzielt, betonten die Betreiber. Bei Staub liege man etwa um 90 Prozent, bei Schwefeldioxid (SO2) um 95 Prozent unter den erlaubten Grenzwerten. Anfallende Asche- und Schlackerückstände werden auf der Deponie Rautenweg gelagert, der schwermetallhältige Filterkuchen in eine Untertage-Deponie gebracht.

Die MVA Pfaffenau ist neben der Anlage am Flötzersteig und dem von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Müllofen in Spittelau die dritte Müllverbrennungsanlage der Bundeshauptstadt. Zur offiziellen Eröffnungsfeier am Freitag (ab 10.00 Uhr) werden unter anderem Andy Lee Lang und Wolfgang Ambros “einheizen”, versprechen die Veranstalter. Der Eintritt ist frei.

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