Wieder starker Zustrom bei Demo in Wien: Anschober fordert besseren Pandemieschutz

Auch am Donnerstag waren wieder zahlreiche Demonstranten bei der Demo dabei.
Auch am Donnerstag waren wieder zahlreiche Demonstranten bei der Demo dabei. ©APA/HANS PUNZ
Gesundheitsminister Anschober will künftig bei Großkundgebungen einen besseren Corona-Pandemieschutz sicherstellen.
#BLACKLIVESMATTERVIENNA Bilder der Demo

Nach der Anti-Rassismus-Demo mit 50.000 Teilnehmern in Wien will Gesundheitsminister Rudi Anschober künftig bei Großkundgebungen einen besseren Corona-Pandemieschutz sicherstellen. Anschober zeigte sich in einer Stellungnahme am Freitag aber gleichzeitig erfreut darüber, "dass so viele Menschen gegen Rassismus aktiv werden und ihren Beitrag leisten für eine gerechte und faire Gesellschaft."

Mindestabstand und Demonstration muss beides möglich sein

"Die Abhaltung von Demonstrationen ist ein Grundrecht unserer Gesellschaft, das sichergestellt werden muss. Der Schutz vor der Ausbreitung der Pandemie u.a. durch die Einhaltung des Mindestabstands ist jedoch auch eine Notwendigkeit und Verpflichtung. Beides muss und kann gemeinsam verwirklicht werden. Das wollen und werden wir für die Zukunft absichern", so der grüne Gesundheitsminister, der für Montag Vertreter der Stadt Wien, der Wiener Exekutive, Gesundheitsbehörde, Gesundheitsministerium und der Veranstalter zu einem Runden Tisch eingeladen hat.

Der Minister verwies darauf, dass auch die Veranstalter von der enormen Beteiligung an der Großdemo am Donnerstagabend überrascht wurden. Mit 2.000 bis 3.000 Teilnehmern sei gerechnet worden, 50.000 seien gekommen. Es handelte sich damit um die erste Großkundgebung seit Beginn der Coronakrise. "Ich war gestern aufgrund von Terminen nicht dabei, aber Fotos zeigen mir, dass sehr viele Masken verwendet haben, viele auf den Mindestabstand geachtet haben. Einige Fotos sind aber auch irritierend." Verpflichtenden Abstandsregelungen seien teilweise nicht eingehalten worden.

Erneut starker Zustrom bei Kundgebung in Wien

Trotz Regens sind am Freitagnachmittag erneut viele Menschen zur Kundgebung "#BLACKLIVESMATTERVIENNA" gegen Polizeigewalt vor die US-Botschaft in Wiengeströmt. Eine Schätzung der Teilnehmerzahl wollte die Polizei vorerst nicht vornehmen. Viele Leute hielten Schilder in die Höhe, so war neben "Black lives matter" etwa "A change is coming", "Kann nicht atmen" oder "Wir sind auch Wien" zu lesen.

"Wir schwarzen Menschen sind solidarisch, egal wo wir sind", sagte Imoan Kinshasa, eine der Organisatorinnen zur APA. "Der Tod von George Floyd hätte uns alle treffen. Wir demonstrieren aber auch dagegen, wie kürzlich ein Aktivist von der Polizei behandelt wurde und generell für Menschenrechte". Geplant ist die Kundgebung bis 22.00 Uhr, neben Reden sollen auch schwarze Künstler für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgen.

Die US-Botschaft in Wien dankte schon im Vorfeld in einer Aussendung den Demonstranten "für das Zeichen der Solidarität mit der amerikanischen Zivilgesellschaft". Die friedliche Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäußerung sei eines der wichtigsten Freiheitsrechte und eine Österreich und die USA. "Wir stehen gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung, nicht nur in den Vereinigten Staaten und Österreich, sondern weltweit. Die Vereinigten Staaten sind nicht perfekt, aber wir stehen immer für freie Meinungsäußerung und Bürgerrechte ein", hieß es in der Stellungnahme der US-Botschaft.

Rechtsradikale versuchten Demo in Wien zu stören

Rechtsradikale Aktivisten haben am Freitagnachmittag versucht, die "BLACKLIVESMATTER"-Kundgebung vor der US-Botschaft in Wien zu stören. Die Aktivisten ließen vom Dach eines angrenzenden Studentenwohnheims ein Plakat herunter, mit dem sie an die mutmaßliche Ermordung von Weißen erinnerten. Prompt stimmten die versammelten Demonstrationsteilnehmer lautstark "Nazis raus"-Rufe an.

Bewohnern des Studentenheims gelang es schließlich unter großem Jubel der Demonstranten, das Plakat von einem Fenster unter dem Dach runter zu reißen. Als die Rechtsextremen das Haus verließen, kam es zu einem Handgemenge. Anwesende Demonstranten sagten der APA, sie vermuteten die Identitären hinter dieser Aktion.

(APA/Red)

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