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Widerstand gegen die Naschmarktgarage

Die Grünen Wien protestieren scharf gegen die jetzt bekannt gewordenen Pläne für eine Tiefgarage unter dem denkmalgeschützten Naschmarkt. Bei solch einer Entscheidung ginge es um eine "Richtungsentscheidung für Wien".

Der Naschmarkt sei laut Grünen mit der U4 bestens erreichbar. Es gäbe keinen Grund, an dieser Stelle eine weitere teure Großgarage zu bauen - so die Argumente der Grünen gegen den geplanten Tiefgaragenbau.

Nach den jetzt bekannt gewordenen Plänen soll oberhalb des Wien-Flusses eine Betondecke errichtet werden, auf der etwa 370 Autos parken können. Das Vorprojekt des Projektwerbers wurde gestern den Gremien der Bezirksvertretung Mariahilf vorgestellt.

Die Garage soll vom ehemaligen Verkehrsbüro (vis a vis der Sezession), in dessen Bereich eine Einfahrt geplant ist, bis zur U4-Station Kettenbrückengasse reichen. Eine 2. Einfahrt soll sich nach dem Theater an der Wien (Höhe Schleifmühlgasse) befinden, während die beiden Ausfahrten auf Höhe Laimgrubengasse und am Flohmarkt geplant sind. Es soll 9 Ausgänge geben.

Die Kritik der Grünen im Detail:
Zufahrtsrampen, Aufzüge und Stiegenabgänge werden den Markt völlig verschandeln und Abgase aus den Entlüftungsschächten die Luft noch mehr verpesten. “Außerdem belegen Studien zweifelsfrei, dass neue Tiefgaragen im innerstädtischen Bereich nur noch mehr Verkehr anziehen, vor allem Garagen mit hohem Kurzparkeranteil – in der Naschmarktgarage sind 185 Kurzparkplätze vorgesehen”, so Maresch.

Zusätzlicher Aspekt: Die Garage soll einige Meter über dem Wienfluss in der so genannten “Überwölbung” errichtet werden. Da dadurch der Querschnitt für den Fluss verkleinert würde, ist der Hochwasserschutz nicht mehr gewährleistet. Im Falle eines Hochwassers würde nicht nur die Garage komplett überschwemmt werden, sondern auch das angrenzende Gebiet. Das 200-jährige Hochwasser am Kamp und an der Moldau in Prag aus dem Jahr 2002 liefert ein anschauliches Beispiel. Die U-Bahn ist in Gefahr und auch der Naschmarkt.

Die SP-Bezirksvorsteherin behauptet gegenüber Medien: “Eine Tiefgarage unter dem Markt ist nicht nur den Kaufleuten, sondern auch den Anrainern ein Anliegen.”
“Dies ist eine glatte Unwahrheit: Im Bürgerbeteiligungsverfahren zur Neugestaltung des Naschmarktes kam das Projekt gar nicht zur Sprache – und eine Anrainer-Befragung wurde auch nicht durchgeführt”, so der Bezirksvorsteherin-Stellvertreter der Grünen, Werner Haslauer.

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