Wheel of Fortune and Fantasy - Kritik und Trailer zum Film

Nachdem Regisseur Ryusuke Hamaguchi 2018 mit "Asako I & II" eher schwache Kritiken erhielt, ist sein neuer Film "Wheel of Fortune and Fantasy" weit stärker als sein Vorgänger. Der Filmemacher greift dafür auf eine Drei-Akt-Struktur zurück und erzählt kurze Episoden aus dem Leben dreier Frauen.

Der japanische Regisseur Ryusuke Hamaguchi ist ungeachtet seiner 42 Jahre stilistisch ein Vertreter der alten Schule. Seine Werke sind Dialogdramen, die voll und ganz auf das Gespräch setzen, keine visuellen Experimente oder gar stille Momente zulassen. Nachdem Hamaguchi 2018 mit "Asako I & II" eher schwache Kritiken erhielt, ist sein neuer Film "Wheel of Fortune and Fantasy" weit stärker als sein Vorgänger. Ab Freitag in den heimischen Kinos.

Wheel of Fortune and Fantasy - Kurzinhalt zum Film

Für "Guzen to sozo", so der Originaltitel, greift Hamaguchi auf eine Drei-Akt-Struktur zurück und erzählt darin kurze Episoden aus dem Leben dreier Frauen. Im ersten Kapitel geht es um eine amouröse Dreieckskonstellation, als Meiko (Kotone Furukawa) hört, dass ihre Freundin Tsugumi (Hyunri) unwissentlich ihren Ex-Freund Kazuaki (Ayumu Nakajima) datet, was alte Wunden bei Meiko aufreißt.

Kapitel 2 zeigt die komplexe Situation zwischen Nao (Katsuki Mori) und dem Literaturprofessor Segawa (Kiyohiko Shibukawa), den die junge Frau für eine geplante Erpressung verführen will. Die Begegnung entwickelt sich jedoch anders als erwartet. Und im dritten Teil treffen einander Moka (Fusako Urabe) und Nana (Aoba Kawai), die sich irrtümlich für alte Schulfreundinnen halten. In der alsbald enthüllten Begegnung mit einer Fremden finden sie schließlich zu den Worten, die ihnen in der Vergangenheit gefehlt haben.

Wheel of Fortune and Fantasy - Die Kritik

So zurückgenommen japanisch und auf der Handlungsebene unaufgeregt erzählt diese Episoden daherkommen, entwickeln sich aus den oft viertelstündigen Dialogsequenzen doch universale Schicksalsfragen über vertane Entscheidungen, Enttäuschungen und das Loslassen. Es sind Charakterbilder, die über die kulturellen Konventionen Nippons weit hinausweisen.

Letztlich erschafft Hamaguchi in hoch konzentrierten Kammerspielen poetische Momente, die aus einem mikroskopischen Blick auf Gesten und Mimik entstehen. Wie bei einer japanischen Teezeremonie muss auch hier der Blick des Betrachters in achtsamer Ruhe auf den Charakteren verharren, deren Tanz der Worte eine indirekte Dynamik in den Erzählfluss bringen. Und doch überrascht es immer wieder, wie wenig Hamaguchi als Filmemacher der ureigenen Sprache seines Mediums, dem Bild, vertraut und wie sehr er der Stille misstraut. Lost in Conversation eben.

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(APA/Red)

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