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Westbahnhof: Dreijährige Hallensperre

Die Tage des Wiener Westbahnhofs, wie ihn Bahnreisende heute kennen, sind gezählt: Ende August 2008 wird die denkmalgeschützte Halle samt Vorplatz für drei Jahre gesperrt.

Denn der Bahnhof wird zur „BahnhofCity Wien West“ umgebaut. Der gesamte Fahrgastbetrieb wird in ein Provisorium ausgelagert. Die Vorarbeiten laufen bereits auf Hochtouren. Sie werden nur für die Fußball-EM im Juni 2008 unterbrochen.

Für Bahnreisende bringt der Umbau kräftige Einschnitte, was sich bereits jetzt durch die Vorarbeiten bei der Felberstraße und am Bahnhofsvorplatz bemerkbar macht. So richtig los geht es aber erst im Jänner, wenn erste Bahnhofsanbauten abgerissen werden. Zwischen März und Juni wird der Vorplatz Nord neu gestaltet und die provisorische Verkehrsstation errichtet. Sie entsteht südlich der Bahnsteige, unweit der äußeren Mariahilfer Straße.

Während der EURO 2008 ist eine kurze Verschnaufpause angesagt, danach wird es gleich wieder ernst: Ab Juli werden sogar die Rolltreppen aus der Bahnhofshalle herausgerissen und im Stationsprovisorium eingebaut. Ende August 2008 wird die Bahnhofshalle dann endgültig gesperrt. Drei Jahre lang müssen die Bahngäste mit dem Aushilfsgebäude vorlieb nehmen. Zu den Bahnsteigen werden sie nur von den seitlichen Eingängen Zugang haben.

Das Großprojekt Westbahnhof hat nach ÖBB-Angaben inklusive Schieneninfrastruktur ein Investitionsvolumen von 130 Mio. Euro. Vorgesehen ist ein zusätzliches Geschoß unter der bestehenden Halle sowie neue Gebäudekomplexe südlich und nördlich davon. Die Pläne stammen von den Architekten Heinz Neumann und Eric Steiner, die Ende 2002 einen internationalen Planungswettbewerb für das Bahnhofsumfeld gewonnen haben.

Details zur Bahnhofscity, die ab 2011 auf 46.000 Quadratmetern neben der Bahnhofsinfrastruktur vor allem ein 20.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum beheimaten wird, wollen die ÖBB erst im Herbst bekanntgeben. Klar ist, dass man sich dafür die ECE Europa Bau- und Projektmanagement GmbH als Entwicklungspartner ins Boot geholt hat. Das Unternehmen kann Erfahrungen von den Bahnhöfen Leipzig, Köln und Hannover vorweisen.

Wie genau sich die Bahnhofshalle aus den 1950er Jahren künftig präsentieren wird, ist noch nicht ganz klar. Das Bundesdenkmalamt redet dabei mit, derzeit führen Architekten eine denkmalpflegerische Bestandsaufnahme durch, berichtete Landeskonservatorin Barbara Neubauer der APA. Sie lobte die Zusammenarbeit mit den ÖBB, pochte aber auf den Schutz des Gebäudes: „Die ursprüngliche Anlage muss erlebbar bleiben.“

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