West Side Story - Kritik und Trailer zum Film

Das mehr als 60 Jahre alte Stück holt die tragische Liebesgeschichte von "Romeo & Julia" ins New York der 1950er-Jahre. Auf der Straße stehen sich einheimische und zugewanderte Gangs gegenüber. Die Konflikte zwischen den Sharks und den Jets werden durch die junge, unsterbliche Liebe von Tony und Maria angeheizt. Er war einst Anführer der Jets, sie ist die Schwester des Sharks-Chefs.

Nicht alles ist perfekt in Steven Spielbergs "West Side Story". Wie könnte es auch sein, wenn der Klassiker von 1961 nahezu unanfechtbar ist. Aber die Liebe, die der große, amerikanische Filmemachers ganz offensichtlich für den Stoff hegt, kann man in jedem bewegten Bild sehen. Es ist rauer und schillernder zugleich, altmodisch und trotzdem einem Update unterzogen worden. Ab Freitag im Kino.

West Side Story - Kurzinhalt zum Film

Viele hatten ihre Zweifel, als sie hörten, dass Steven Spielberg bei einer neuen Version von "West Side Story" Regie führen würde. Das Original aus dem Jahr 1961, unter der Regie von Robert Wise und Jerome Robbins, adaptiert vom gleichnamigen Bernstein-Musical aus 1957, gilt als perfekt. Aber in den Jahrzehnten seit seiner Uraufführung hat die Geschichte zweier verfeindeter New Yorker Straßengangs auch viel Kritik hervorgerufen, insbesondere hinsichtlich der Besetzung ihrer puerto-ricanischen Figuren mit nicht-lateinamerikanischen Schauspielern. Für Unmut sorgte dabei auch, dass Natalie Wood die Hauptrolle der Maria spielte und Rita Moreno, die einzige Puerto-Ricanerin in einer größeren Rolle, gezwungen war, dunkelbraunes Make-up als Anita zu tragen.

60 Jahre später ist die inzwischen 89-jährige Moreno ausführende Produzentin von Spielbergs "West Side Story". Sie spielt die Drogeriebesitzerin Valentina und singt "Somewhere" (anstelle von Tony und Maria). Es ist eine liebevolle Hommage und vielleicht auch eine überfällige Wiedergutmachung.

Der Inhalt ist ansonsten gleichgeblieben. Es ist Shakespeares Romeo und Julia, aber in New York City. Die Geschichte entfaltet sich wieder Mitte der 1950er Jahre. Die junge Maria (eine bezaubernde Rachel Zegler) gerät in eine unglückselige Romanze mit Tony (Ansel Elgort), einem ehemaligen Mitglied der Jets. Zu Beginn des Films treffen sich die beiden heimlich auf Marias Feuerleiter und singen "Tonight", eine der vielen klassischen Musiknummern von Leonard Bernstein mit Texten von Stephen Sondheim, die im Film wiederbelebt werden.

Die verfeindeten Monatgues und Capulets werden von rivalisierenden Gangs vertreten: auf der einen Seite sind die Sharks, eine Bande puerto-ricanischer Neuankömmlinge, angeführt von Bernardo (David Alvarez), dem Bruder von Maria. Auf der anderen Seite sind die Jets, eine weiße Bande geborener New Yorker, angeführt von Riff (Mike Faist), der die Einwanderer nicht leiden kann. Und mitten in ihrem Kleinkrieg auf der Upper West Side befindet sich das junge romantische Paar. Von da aus geht es auf eine Reise, die sich bei aller Vertrautheit noch einmal aufregend, romantisch und letztendlich zutiefst tragisch anfühlt.

West Side Story - Die Kritik

Spielberg hat noch nie ein Musical inszeniert, und dennoch fühlt es sich so an, als sei es die einzige Art von Film, die er jemals gemacht hat. Als Klassiker der alten Schule geht er mit seinem "West Side Story" keine allzu großen Risiken ein, es ist immer noch eine Hollywoodfantasy, aber er und sein Drehbuchautor Tony Kushner ("Engel in Amerika") haben kleine Änderungen vorgenommen. Zum Beispiel ist die Figur Anybodys, ein burschikoses Mädchen im Original, viel expliziter ein Transgenderjunge (gespielt von der Schauspielerin Iris Menas). Sie erlauben den Sharks auch, Spanisch ohne Untertitel zu sprechen, was dem spanischsprechenden Publikum Respekt zollen soll, das jahrzehntelang die beleidigsten Klischees ertragen musste. Einige Songkontexte haben sich verschoben. "America" ist zum Beispiel keine nächtliche Nummer auf dem Dach mehr, sondern bricht jetzt in der prallen Sonne auf offener Straße aus.

Die beeindruckende Choreografie von Jerome Robbins, die im Originalfilm und in der Broadwayshow verwendet wurde, wird hier durch nichts Erinnerungswürdiges ersetzt, aber Spielberg und der Kameramann Janusz Kamiński haben einen der schillerndsten Filme der jüngeren Vergangenheit geschaffen. Die Farben der Kostüme knallen. Unterröcke fliegen in die Luft, genauso wie die Tänzer, die ihre Pirouetten drehen. Happy End gibt es aber leider immer noch keines.

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(APA/Red)

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