Weltpremiere des Panamera

Der Sportwagenbauer Porsche geht in die Offensive: Mit dem neuen viertürigen Sportcoupè Panamera will Porsche künftig im Geschäft mit Luxuslimousinen mitmischen. Bilder

Bei der spektakulären Enthüllung des Panamera im 94. Stockwerk eines Wolkenkratzers in Shanghai sagte Vertriebsvorstand Klaus Berning am Sonntag, das Auto sei für das Unternehmen von großer strategischer Bedeutung. Denn bei der Bewältigung der Autokrise werde “der Panamera für Porsche eine ganz entscheidende Rolle spielen.”

Bei Porsche heißt es, dass man vor allem im Revier der deutschen Autobauer Audi, BMW und Daimler mit ihren Oberklassemodellen A8, 7er und S-Klasse wildern will. Jährlich sollen mindesten 20.000 Modelle der vierten Baureihe verkauft werden, die am 12. September auf den Markt kommt. Die Serienfertigung im Porsche-Werk Leipzig hat bereits begonnen. Dort wurden 200 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Berning, der für den erkrankten Porsche-Chef Wendelin Wiedeking in China auftrat, machte keinen Hehl daraus, dass die derzeitigen Bedingungen für ein Auto wie den Panamera alles ander als gut sind. In guten Zeiten hat das Segment der Oberklasse weltweit jährlich ein Volumen von rund einer Million Einheiten, wie Vertriebsvorstand Klaus Berning in China sagte. Derzeit jedoch werden rund 40 Prozent weniger solcher Auto wie etwa der S-Klasse, dem Audi A8, dem 7er-BMW oder auch von Maserati verkauft. Entwicklung und Produktionsbeginn des Panamera im Leipziger Porsche-Werk wurden jedoch 2002 beschlossen, als noch niemand etwas von der weltweiten Krise ahnte. So ein Prozess ist dann unumkehrbar.

“Obwohl wir operativ besser aufgestellt sind als viele andere Hersteller, spüren auch wir die weltweit zurückgehende Nachfrage”, sagte er. In den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres 2008/09 war per Ende Jänner der Absatz um 26,7 Prozent auf 34.266 Fahrzeuge eingebrochen. Der Umsatz ging um 12,8 Prozent auf 3,04 Milliarden Euro zurück. Auch wenn es in den Folgemonaten etwas besser lief, rechnet Porsche für das Gesamtjahr mit sinkenden Verkäufen und Erlösen. Der Panamera startet erst im neuen Geschäftsjahr.

Mit der Weltpremiere am Vortag der Messe Auto Shanghai machte der Sportwagenbauer aber auch deutlich, wie sehr er auf den chinesischen Markt setzt, der von der Autokrise weit weniger betroffen ist als etwa die USA. China ist für Porsche ein bedeutender Zukunftsmarkt mit viel Potenzial. 2007/08 verkaufte der Sportwagenbauer dort mit rund 7.600 Fahrzeugen 145 Prozent mehr als im Jahr davor. “Wir gehen fest davon aus, dass unsere vierte Baureihe hier auf dem chinesischen Markt unserem Absatz noch einmal einen kräftigen Schub verleihen wird”, zeigte sich Berning optimistisch. Nach den USA und Deutschland ist China bereits der drittwichtigste Einzelmarkt für die Zuffenhausener.

In Deutschland kostet der Panamera 94.000 und 135.000 Euro, wobei die Zubehörliste lang ist. Die Rohkarosserie – eine Frucht der Mehrheitsübernahme von VW durch Porsche- wird bei Volkswagen in Hannover gefertigt und sichert laut Porsche dort 500 Arbeitsplätze. Die Entwicklung des Modells hat rund eine Milliarde Euro gekostet. Außerdem steckt steckt in einem Porsche erstmals nicht nur Porsche drin, sondern es steht auch (hinten) drauf: “Porsche Panamera” prangt am Heck, wo es sonst schlicht “Cayenne” oder “Carrera” heißt. Damit soll den Kunde in den jungen Märkten schnell verdeutlicht werden, dass die elegante Limousine wirklich ein Porsche ist.

Wer derzeit einen Porsche kaufen will, bekommt diesen indes deutlich günstiger. Nach einem Bericht der “WirtschaftsWoche” haben Testkäufe ergeben, dass alle Porsche-Händler Nachlässe einräumen. Bereits beim ersten Kundenkontakt wurden dem Bericht zufolge durchschnittlich sechs Prozent Rabatt auf den neuen Boxter S (Modellwechsel im Februar) angeboten. Keiner der 50 getesteten Händler lehnte einen Nachlass ab. Bei Bestellfahrzeugen lagen die höchsten Rabatte bei zwölf Prozent. Bei Leasingverträgen, Lagerfahrzeugen oder Auslaufmodellen wurden teilweise bis zu 18 Prozent eingeräumt, schreibt das Blatt. Der Stuttgarter Autobauer betonte unterdessen, dass er “nach wie vor keinen Herstellerrabatt” einräume. “Aber wir müssen unsere Händler unterstützen”, sagte ein Sprecher am Samstag.

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