Weltlehrertag: Bald mehr Lehrer als Schüler?

Auch anlässlich des Weltlehrertages sehen sich Lehrer vor schwierige Aufgaben gestellt.
Auch anlässlich des Weltlehrertages sehen sich Lehrer vor schwierige Aufgaben gestellt. ©Bilderbox
Die Zahl der Lehrer steigt deutlich rasanter als die Zahl der Schüler. Anlässlich des "Weltlehrertages" kritisiert die Gewerkschaft kritisiert fehlende Unterstützung und Imageschädigung.
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Die Zahl der Lehrer in Österreich steigt deutlich rasanter als die Zahl der Schüler. Wie aus Daten von Statistik Austria hervorgeht, gab es im Schuljahr 2008/09 rund 1,189 Mio. Schüler, das sind um 3,9 Prozent mehr als noch 1990. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Lehrer um 9,2 Prozent auf 123.000 gestiegen. Am Dienstag wird der “Weltlehrertag” begangen, das Motto lautet heuer nach Gewerkschaftsangaben “Der Wiederaufschwung beginnt mit Lehrerinnen und Lehrern”.

Der Weltlehrertag geht auf einen Beschluss von UNESCO, der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und der Weltvereinigung der Lehrergewerkschaften (Education International, EI) zurück. Erstmals begangen wurde er am 5. Oktober 1994.

“Großer Einsatz unter schwierigen Bedingungen “

Österreichs Lehrer würden “mit großem Einsatz unter schwierigen Bedingungen arbeiten”, betonte der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD), Walter Riegler. Die Pädagogen müssten aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen zusätzlich zum Unterricht umfassende gesellschaftspolitische Aufgaben übernehmen. “Der Schulalltag besteht aus einer Kombination von Sozialarbeit, Krisenintervention, Familienberatung, Entwicklungspsychologie und Lehrtätigkeit”, so Riegler, der das fast völlige Fehlen der notwendigen Unterstützung der Lehrer durch anderes Fachpersonal kritisierte. Zudem würde durch die lang anhaltende Kritik am bestehenden Schulsystem “eine nachhaltige Imageschädigung der Lehrer erfolgen”. Wie schon in den vergangenen Jahren werden die Lehrer an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) Dienststellenversammlungen am Weltlehrertag abhalten, teilte die Gewerkschaft der BMHS-Lehrer in einer Aussendung mit.

Unterrichtsministerin bedankt sich

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) bedankte sich am Montag in einem Offenen Brief bei allen Pädagogen “für die Leistungen, die Sie für die Bildung und Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen erbringen”. Junge Menschen auf ihre Zukunft bestmöglich vorzubereiten sei eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Den sich abzeichnenden Ansturm auf die Lehrerausbildung an den Pädagogischen Hochschulen bezeichnete Schmied als “erfreulich und motivierend”.

Der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser, kritisierte in einer Aussendung, dass es in Österreich derzeit zu wenig Anerkennung für die “wertvolle Arbeit der Lehrer und Kindergartenpädagogen gibt”. Schulreformen müssten von Lehrer mitgetragen werden, daher seien “ein motivierendes neues Dienstrecht, eine leistungsgerechte Entlohnung und zeitgemäße Arbeitsplätze unbedingt notwendig”.

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