Metaller-Kampfmaßnahmen weiten sich aus

Bludesch - Auch in Vorarlberg wurden am Freitag die gewerkschaftlichen Maßnahmen im Kampf um mehr Lohn ausgeweitet. In mehreren Metaller-Betrieben gab es Versammlungen und erste Warnstreiks.
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Warnstreik bei Collini in Bludesch
Warnstreik bei Hydro Aluminium

“Sollten übers Wochenende nicht entsprechende Signale von Arbeitgeberseite kommen, werden wir ab Montag einen Zahn zulegen”, sagte Pro-Ge-Landessekretär Siegfried Birnleitner, der für Vorarlberg von einer “Schachbrettstrategie” – “Zug um Zug” – sprach.

 Bei der Hydro Aluminium Nenzing GmbH hatten Beschäftigte bereits am Donnerstag die Arbeit für eine Stunde niedergelegt. Beim Vorarlberger Erdgasversorger VEG wurde am Freitagvormittag eine Betriebsversammlung durchgeführt, auch bei Liebherr in Nenzing (Bezirk Bludenz) gab es eine Versammlung, an der laut Birnleitner zwischen 500 und 600 Personen teilnahmen. “Es gab eine rege Diskussion, warum man nicht wie in Innerösterreich gleich streikt. Der Betriebsrat plädierte aber dafür, damit vorerst noch zuzuwarten”, berichtete Birnleitner.

Einstündiger Warnstreik bei Collini in Bludesch

“Schon eine Stufe höher” schaltete man laut Birnleitner beim Metallveredler Collini am Standort Bludesch, wo für den frühen Nachmittag ein einstündiger Warnstreik angesetzt wurde. Am Wochenende wolle man die Sache vorerst ruhen lassen, um ein Zeitfenster für Verhandlungen zu eröffnen, so Birnleitner. “Wir sind gerne jederzeit zu konstruktiven Gesprächen bereit”, betonte er. Bezüglich möglicher weiterer Aktionen am Montag wollte sich der Gewerkschafter noch nicht in die Karten schauen lassen. Es hätten aber bereits Betriebsräte weiterer Unternehmen erklärt, schärfere Maßnahmen unterstützen zu wollen.

Loacker für deutliche Erhöhung

Der Vorarlberger ÖGB-Landesvorsitzende Norbert Loacker sprach sich am Freitag erneut für eine deutliche Erhöhung bei niedrigen Einkommen aus, bei den oberen könne man dagegen aus seiner Sicht sparen. “Wer 8.000, 10.000 Euro verdient, braucht keine 5,5 Prozent Erhöhung. Wer aber nur 1.800 Euro brutto verdient, soll mindestens 100 Euro mehr bekommen”, skizzierte Loacker seinen Vorschlag und wich damit von offizieller Gewerkschafterlinie ab. Er sei überzeugt, dass man inhaltlich gar nicht so weit auseinanderliegen würde. Er orte diesbezüglich zustimmende Signale bei Arbeitgeber-Chefverhandler Christoph Hinteregger, so Loacker. “Wir haben nun österreichweit Zähne gezeigt. Ich bin aber dafür, dass wir jetzt Geduld beweisen und übers Wochenende am Verhandlungstisch eine Lösung suchen. Damit wären Aktionen in der kommenden Woche gar nicht mehr nötig”, sagte der Gewerkschafter.

Birnleitner sagte dazu, er erhebe nicht die Forderung, dass jemand weniger bekommen solle. “Aber wir verhandeln unter besonderer Berücksichtigung der niedrigen und mittleren Einkommen”, erklärte er. “Es geht bei vielen Menschen darum, dass sie künftig ihre Grundbedürfnisse decken können. Und die gefühlte Inflation liegt deutlich über dem derzeit Gebotenen”, so der Gewerkschafter.

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