Weggeworfene Corona-Masken als Problem für Tiere

Wissenschaftern zu Folge sind achtlos weggeworfene Corona-Schutzmasken ein Problem für Umwelt und Tiere.
Wissenschaftern zu Folge sind achtlos weggeworfene Corona-Schutzmasken ein Problem für Umwelt und Tiere. ©APA/AFP/CHRISTOF STACHE (Symbolbild)
Achtlos weggeworfene Corona-Schutzmasken sind laut Wissenschaftern der Universität Portsmouth ein ernsthaftes Problem für Umwelt und Tiere.

Für eine in dieser Woche in der Fachzeitschrift "Nature Sustainability" veröffentlichte Studie untersuchten die Wissenschaftler den Zusammenhang von Corona-Maßnahmen in elf Ländern und der Menge an achtlos entsorgten Corona-Masken und anderer Schutzausrüstung.

Analyse von Daten

Sie analysierten dafür Daten aus öffentlich zugänglichen Datenbanken, darunter Daten aus der Müllsammler-App Litterati, und betrachteten den Zeitraum von September 2019 bis zu den ersten sechs Monaten der Pandemie.

Mehr nicht ordnungsgemäß entsorgte Masken

Von März bis Oktober 2020 stieg die Zahl der nicht ordnungsgemäß entsorgten Masken demnach um das 84-Fache an. Großbritannien belegte den Platz des negativen Spitzenreiters. Dort machten Masken mit mehr als fünf Prozent aller achtlos weggeworfenen Abfälle im internationalen Vergleich den größten Anteil aus. Während in anderen Ländern auch vermehrt falsch entsorgte Schutzhandschuhe oder Reinigungstücher entdeckt wurden, nahm in Deutschland nur die Zahl des Maskenmülls im öffentlichen Raum deutlich zu. Österreich wurde nicht untersucht.

Entwicklung von Müllproblem

"Es war keine Überraschung, dass viele entsorgte Masken aufgetaucht sind, aber was uns überrascht hat, war zu sehen, wie stark bestimmte nationale Corona-Maßnahmen das Auftauchen der Masken beeinflusst haben", schrieb die federführende Forscherin, Keiron Roberts. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass das Müllproblem zwar während der strengeren Lockdown-Phasen im Frühjahr 2020 langsam zunahm, aber erst richtig groß wurde, als im Sommer und Herbst wieder mehr Reisen und soziale Aktivitäten möglich wurden, aber weiterhin Masken vorgeschrieben waren.

Der Plastik-Experte von der Universität Portsmouth, Steve Fletcher, warnte: "Ohne bessere Entsorgung steht uns eine Umweltkatastrophe bevor." Die meisten Masken seien aus langlebigem Plastik produziert und könnten sich in der Umwelt Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte halten. So könne Mikroplastik in Erde oder Wasser gelangen und Tiere könnten sich an den Masken verschlucken. Die Wissenschaftler aus Portsmouth riefen Regierungen zu mehr Aufklärung darüber auf, wie Schutzmasken umweltgerecht entsorgt werden sollten.

(APA/Red)

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