Weapon Of Choice - Kritik und Trailer zum Film

Die Glock ist einer der österreichischen Exportschlager neben den Mozartkugeln und den Lipizzanern. Gerade in den USA ist die Handfeuerwaffe zum Kultobjekt avanciert. Die beiden Filmemacher Fritz Ofner und Eva Hausberger nähern sich in ihrem Dokumentarfilm den Fragen an, welche fragwürdige Bedeutung die Waffe auf der Welt geniest, welches Leid mit ihre verursacht wird und lässt dafür vor allem auch ihre Apologeten zu Wort kommen.

Einen Sonderstatus unter heimischen Waffenfreuden hat sie – aber auch in den USA und diversen Kriegsgebieten genießt die aus österreichischer Produktion stammende Glock-Pistole in über 30 Versionen Kultstatus. Sie ist die “Weapon of Choice”, wie die Protagonisten in Fritz Ofners und Eva Hausberger Dokumentararbeit fast euphorisch festhalten. Ab Freitag im Kino.

Weapon Of Choice – Kurzinhalt zum Film

Der 90 Minuten lange Dokumentarfilm hat einen ehrenwerten Ansatz – zu zeigen, welchen Weg ein “Tötungswerkzeug” nimmt, von der Herstellung in Österreich in Deutsch-Wagram und Ferlach bis zur “Verwendung”. In den 1970ern von Gaston Glock in einem völlig neuen Ansatz entwickelt, mit Sicherungshebelchen im Abzug, Kunststoffgriff und einem speziellen Stahlhärtungsverfahren, waren Bundesheer – als Pi80 – und Polizei erste Kunden. Das große Geld war aber mit dem Export zu machen, wie Ofner und Hausberger zeigen. Dies lief erst über die Sicherheitskräfte, dann über den ungleich größeren privaten Markt, vor allem in den USA. Und bei Hip-Hoppern und Sängern hat die Waffe einen derartig starken Status, dass sie mehrfach in Hits vorkommt und als Synonym für Pistole gilt wie in Europa der Herstellername Colt für Revolver: “Reimt sich so gut, mit lock, block, cock”, lacht ein Gesprächspartner.

Weapon Of Choice – Die Kritik

Interviewt wird ein Waffenhändler aus Pennsylvania, ein sympathischer Bursche und absoluter Fan, der die Pistole, “die dich nie im Stich lässt”, wie einen Freund betrachtet. Und erst an seinen Fingern abzählen muss, wie viele solcher Freunde er hat – 18 sind’s. Das filmische Material ist hochinteressant, aber ein wenig verzettelt sich der Film, der allein schon einen geografischen Bogen vom Irak über Österreich und Luxemburg in die USA spannt. Eine drastische Präsentation eines Offiziers der Polizei von Chicago macht es deutlich. Gut drei Dutzend bei Gewalttaten verwendete und konfiszierte Waffen liegen bei einer Pressekonferenz auf, darunter auch Glocks.

Zu Wort kommt auch – in einem Interview aus dem Luxemburger Gefängnis – der ehemalige Geschäftspartner Glocks, Charles Ewert. Dieser verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe wegen eines Ende Juli 1999 mit Hilfe eines Franzosen verübten Mordanschlags in einer Luxemburger Tiefgarage. Der Auftritt ist ebenso skurril wie auch die Aussagen anderer Interviewpartner wie eines Ex-US-Soldaten, der heute in einer ärmlichen Bude haust, aber im Dezember 2003 zu jenem Kommando gehörte, das den irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein festnahm. Zur “Beute” in dem Erdloch nahe Saddams Heimatstadt Tikrit gehörte auch Saddams Glock. Die ist heute im George W. Bush-Center in Texas ausgestellt. Saddam hat sie ebenso wenig Glück gebracht wie dem Soldaten.

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(APA)

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