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Waves - Kritik und Trailer zum Film

Er gilt als Nachwuchstalent in Sachen Regie: der 31-jährige, aus Texas stammende Trey Edward Shults. Für sein drittes Werk, "Waves", gab es bereits viel Lob. Es geht um die afroamerikanische Vorstadtfamilie Williams, die nach einem schrecklichen Ereignis wieder zu sich selbst finden muss.

Der dritte Film von Trey Edward Shults hat so viele verschiedene Emotionen, dass es schwer ist, zusammenzufassen, wie außergewöhnlich er ist. Wie in den vorherigen Werken des amerikanischen Filmemachers, "Krisha" und "It Comes at Night", konzentriert "Waves" (nach Coronapause ab Donnerstag im Kino) seinen stark stilisierten Blick auf eine Familie, die von innen und außen auseinandergerissen wird.

Waves - Kurzinhalt zum Film

Tyler (Kelvin Harrison Jr.), der Älteste von zwei Kindern, hat scheinbar alles: in der Schule ist er ein Star im Wrestling, ein talentierter Musiker, ein beliebter Teenager, der glücklich in seine Freundin Alexis (Alexa Demie) verliebt ist. Sein scheinbar perfektes Leben fällt jedoch auseinander. Er verletzt seine Schulter, was sein Stipendium für die Uni gefährdet, seine Freundin ist möglicherweise schwanger, und seine Eltern, insbesondere sein schroffer Vater Ronald (Sterling K. Brown aus der US-Serie "This Is Us") erinnert ihn jeden Tag aufs Neue daran, dass ein junger schwarzer Mann wie er zehnmal so hart arbeiten muss, um es im "Amerika eines weißen Mannes" zu schaffen. Unterdessen lebt die jüngere Schwester Emily (eine großartige Taylor Russell) in Tylers Schatten. Und dann tritt ein schreckliches Ereignis ein und zerstört fast die Familie.

Wo andere Regisseure die Geschichte dann und dort abgeschlossen hätten, öffnet Trey Edward Shults seinen zuvor engmaschigen Film und konzentriert sich auf Emily und ihre aufkeimende Beziehung zu Luke (Lucas Hedges), einem liebenswürdigen Schulkameraden mit seinem eigenen emotionalen Ballast.

Waves - Die Kritik

In gewisser Weise hat Shults, ein begabter 31-jähriger Texaner, zwei Filme gedreht: einen über destruktive Männlichkeit und einen über ausheilende Weiblichkeit. Ähnlich wie bei einem Roman, der nach der ersten Hälfte den Helden wechselt, stellen wir fest, dass dies nie nur Tylers Geschichte war. Die beiden Teile des Films bewegen sich im Kontrapunkt wie das Drücken und Ziehen einer unsichtbaren Flut. Shults versteht, dass Männer dazu neigen, im Rampenlicht zu stehen, in Familien, in Beziehungen, im Sport und in Filmen. Es kommt deshalb tief bewegend und unerwartet, wenn die Handlung plötzlich reißt und sich die Perspektive zu Emily verschiebt, die ihre Geschichte in der zweiten Hälfte des Films erzählt.

"Waves" wird von einer berauschend wirbelnden Kamera erzählt (die kreative Kameraarbeit stammt von Drew Daniels) und von der elektronischen Filmmusik von Trent Reznor und Atticus Ross untermalt mit einem pochendem Soundtrack, der von Frank Ocean bis hin zu Radiohead reicht. Manchmal verfolgt die Kamera die Figuren von hinten, als würde sie versuchen, mitzuhalten; manchmal schmiegt sie sich eng an, als wolle sie die Figuren in eine zärtliche Umarmung schließen. Es gibt eine wunderschöne, wortlose Szene, die zweimal im Film auftaucht: Eine junge Frau auf ihrem Fahrrad, an einem sonnigen Tag, schwelgt in der warmen Luft und radelt nach Hause.

Das Filmemachen von Shults vereint die Rohheit von John Cassavetes und die verträumte Poesie von Terrence Malick, mit dem er mehrere Male zusammengearbeitet hat (u.a. "The Tree of Life"). Man muss beim Anschauen aber mehr als nur einmal auch an "Moonlight" von Barry Jenkins denken.

Shults hat eine schöne Art, eine melodramatische Geschichte auf eine sehr menschliche Weise zu erzählen. Als gegen Ende des Dramas der Vater zu seiner Tochter sagt "Hass schürt Streit, aber Liebe vermag es, alle Straftaten zu überwinden", ist es keine leere Floskel. Liebe ist, wie wir die Welt erträglich machen. Und obwohl Liebe tatsächlich Straftaten überwinden kann, verschwinden diese Straftaten nicht. Sie hinterlassen Narben, und die Liebe wird immer wieder auf Neue auf die Probe gestellt.

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(APA/Red)

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