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Warum wir um Krenn nicht trauern sollten

Die Gedenkfeier für Kurt Krenn in St. Pölten.
Die Gedenkfeier für Kurt Krenn in St. Pölten. ©APA/Diözese St. Pölten
Gastkommentar von Silvia Jelincic: Eigentlich ist es unglaublich: Mehr als tausend Menschen waren am Samstag in den St. Pöltener Dom gekommen, um Abschied von Kurt Krenn zu nehmen.

Himmel, was geht in den Köpfen dieser Menschen nur vor? Krenn war in vieler Hinsicht untragbar, ein Mensch zweifelhaften Charakters, der weder Verständnis für sexuell missbrauchte Kinder zeigte, noch liebe- und verständnisvolle Seelsorge betrieb. Krenn war vulgär und streitsüchtig, und das weiß man auch in der Kirche. Allein dem früheren Papst Johannes Paul II. ist es zu verdanken, dass Krenn im Zuge der Affäre um Kinderpornos und Homosexualität im Priesterseminar im Oktober 2004 zurücktrat. Unglaublich, dass sich Diözesanbischof Klaus Küng in seiner Predikt beim Requiem auch noch hinstellt und sagt: „Trotzdem war er (gemeint ist Krenn) jemand, der im Grunde genommen ein weiches Herz gehabt hat, mit viel Verständnis für die Schwächen der Menschen, manchmal fast zu viel.”

Nach allem was passiert ist, eine unglaublich dreiste Feststellung Küngs! Denn wenn Kurt Krenn ein weiches Herz hatte, dann wohl für die vielen pädophilen Priester, die er in Schutz nahm. Deren Opfer kämpfen noch heute mit den Folgen des schweren sexuellen Missbrauchs, vielen wird ein normales Leben auf immer versagt bleiben. Enttäuscht bin ich umso mehr von Papst Franziskus, der ausrichten lässt: „Als treuer Sohn der Kirche hat der Verstorbene in seinem wissenschaftlichen und bischöflichen Wirken mit Scharfsinn und Leidenschaft danach gestrebt, den Menschen die Wirklichkeit und Wahrheit Gottes zu erschließen.” Oh, Himmel! Lass die Wirklichkeit und Wahrheit Gottes bitte nicht so aussehen! Wie kommt Franziskus denn auf so was? Sein Einflüsterer dürfte wohl ein Krenn-Jünger gewesen sein!

Dennoch: Möge Kurt Krenn in Frieden ruhen, ein Mann, der Ministrantinnen stets ablehnte (man denke sich, warum), beliebte Theologen wegen „Ungehorsams” ihres Amtes enthob und Missbrauchsfälle in der Kirche verharmloste. RIP. Amen.

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