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Warnung vor Gauner-Zinken in Wiener Wohnhaus: Einbrecher am Werk?

Diese Warnung hängt im Wohnhaus unserer Userin
Diese Warnung hängt im Wohnhaus unserer Userin ©Leserreporterin Daria H.
Einbrecher, Trickbetrüger, Hausierer, Bettler ... sie alle haben großes Interesse daran, was sich hinter geschlossenen Haustüren verbirgt und informieren sich darüber auch gegenseitig. Leserreporterin Daria H. fand eine Warnung vor "Gauner-Zinken" in ihrem Wohnhaus in Ottakring. VIENNA.AT hat bei der Polizei nachgefragt.
Einbrecher in Keller gesperrt
Bilder der Gauner-Zinken

Das Prinzip ist uralt: Darüber, wo etwas zu holen ist, alleinstehende oder gutgläubige Personen wohnen, bissige Hunde oder Polizisten zuhause sind, informieren sich “Gleichgesinnte” untereinander bereits seit dem 12. Jahrhundert durch sogenannte Zinken.

Uralte Geheim-Zeichen von Ganoven

Dabei handelt es sich um Geheim-Codes, die in Form einfacher Kreide-Zeichen an Haustüren, Briefkästen, Türklingeln und Co. angebracht wurden, um Nachkommende – beruhend auf seinen eigenen Erfahrungen – zu informieren.

Wer zu einem derart markierten Haus kam, erfuhr dadurch sofort, ob sich ein Einbruch oder Trickbetrug lohnt – und manchmal auch, wie dabei vorzugehen war. Es gibt etwa Runen, die raten, sich gegenüber den Bewohnern des Hauses besonders fromm oder krank zu stellen, um Erfolg mit seinem illegalen Ansinnen zu haben.

Aktuelle Warnung vor Zinken

Eigentlich gehören diese Zinken der Vergangenheit an – umso beunruhigter war Leserreporterin Daria H., als sie eine diesbezügliche Warnung von der Hausverwaltung Anfang Februar 2014 in ihrem Wohnhaus ausgehängt fand. Sie fotografierte diese. VIENNA.AT hat im Gespräch mit der Polizei erfahren, was es mit den “Gauner-Zinken” auf sich hat und ob diese heutzutage noch Thema sind.

Pressesprecherin Barbara Riehs erklärte in Rücksprache mit einem Kollegen aus dem Bundeskriminalamt, dass es sich bei den Gauner-Zinken um eine eher veraltete Form der Kommunikation handle.

Im 21. Jahrhundert noch Thema?

“Das ist aus der Mode. In Zeiten von Internet, Handys und Co. nutzen die Einbrecher so etwas nur noch in Einzelfällen, da haben sich die Kommunikationswege verändert”, so die Sprecherin.

Dem Kollegen seien in den letzten 20 Jahren nur sehr vereinzelt Fälle bekannt, in denen Zinken beim Zustandekommen von Verbrechen eine Rolle gespielt hätten.

Verwechslung wäre möglich

Wer jedoch sehr wohl Markierungen an Sprechanlagen und Co. anbringe, seien nach Wissen der Polizei Riehs zufolge Zeitungsausträger bzw. Fahrradkuriere. Dabei ginge es allerdings nicht um Straftaten, sondern um interne Kommunikation darüber, wer eine Zeitung bekomme und wer nicht. Neben dem jeweiligen Namen und Klingelknopf werde hierzu eine Kennzeichnung eingeritzt. “Dass es da zu einer Verwechslung mit den Ganoven-Zinken kommt, wäre denkbar”, so Riehs.

In diesem Zusammenhang verwies die Sprecherin auch auf Tipps der Wiener Polizei zur Prävention von Einbrüchen und Trickbetrügereien.

Polizei-Tipps: Einbrüche verhindern

“Vieles weiß man eh oder sagt einem das Bauchgefühl. An Gegensprechanlagen immer nachfragen, wer da ist. Immer schauen, wer ins Haus will, reagieren und die Polizei einschalten, wenn sich jemand in Haus und Innenhof herumläuft, der sich verdächtig benimmt oder man Geräusche hört,” rät Riehs und verweist auf einen aktuellen Fall in Wien-Liesing, wo dadurch ein Einbrecher gefasst wurde.

“Einbrecher beobachten ja die Häuser, läuten an allen Haustüren, um zu schauen, wo jemand zuhause ist. Deswegen: Wenn man nicht da ist, mit den Nachbarn zusammenreden, dass sie ein Auge auf die Wohnung haben und nach der Post schauen sollen, etc.”

Gauner-Zinken an der Tür: Was tun?

Und was, wenn man tatsächlich Gauner-Zinken an seiner Wohnungstür entdecke? “Dann unbedingt eine Wahrnehmungsmeldung machen: das Symbol abfotografieren und der Polizei vorlegen”, empfiehlt die Polizeisprecherin.

 

 

 

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