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Warnung vor Engpass bei Plasmaspenden wegen Corona

Die Plasmaspenden gingen im Vorjahr wegen Corona rund 50 Prozent zurück.
Die Plasmaspenden gingen im Vorjahr wegen Corona rund 50 Prozent zurück. ©dpa/Ulrich Perrey
Bis zu 40.000 Plasmaspender leisten in Österreich für gewöhnlich regelmäßig ihren Beitrag. Durch Covid-19 und die damit verbundenen Lockdowns ist die Zahl der Spenden jedoch deutlich zurückgegangen.

Im Vorjahr sind die Plasmaspenden in Österreich im Schnitt um rund 50 Prozent zurückgegangen. "Das hat mittelfristig erhebliche Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit mit plasmabasierten Therapien in Österreich.

Da es von der Plasmaspende bis zur fertigen Therapie ein paar Monate braucht, wird der Versorgungsengpass in sechs bis zwölf Monaten spürbar", warnte Matthias Gessner, Leiter der BioLife-Plasmazentren. Er rief gemeinsam mit der Ärztekammer zum Plasmaspenden auf.

Weniger Plasmaspender wegen Corona und Lockdowns

Bis zu 40.000 Plasmaspender leisten in Österreich für gewöhnlich regelmäßig ihren Beitrag, wurde in der Aussendung betont. Durch Covid-19 und die damit verbundenen Lockdowns ist die Zahl der Spenden jedoch deutlich zurück gegangen. Für Gessner sind die rückläufigen Spenderzahlen auf die Verunsicherung vieler Menschen zurückzuführen, ob sie auch im Lockdown Plasma spenden dürfen. "Die Antwort ist klar: die Plasmaspende fällt unter Hilfeleistung für unterstützungsbedürftige Personen, da diese wesentlich für die Versorgungssicherheit im Gesundheitswesen sind."

"Die Plasmaspende hat in Österreich einen enormen Stellenwert", betonte Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres. "Daher halte ich es für wichtig, an die Menschen zu appellieren, Plasma zu spenden. Nur so haben wir ausreichend Medikamente für schwer erkrankte Personen und für Menschen, die diese Medikamente unbedingt benötigen."

"Plasma ist Lebenselixier": Aufruf an Österreicher

Blutplasma kann nicht künstlich hergestellt werden. Es ist ein wichtiger Rohstoff in der Herstellung von passenden Therapien zur Behandlung von beispielsweise Immundefekten, Blutgerinnungen, schweren Verletzungen oder als Gewebekleber bei Operationen. Über 80 Prozent aller Menschen in Österreich sind laut der Aussendung mindestens einmal in ihrem Leben auf plasmabasierte Medikamente angewiesen. Für Tausende Patienten mit seltenen Erkrankungen sind plasmabasierte Therapien die einzige Behandlungsoption.

"Plasma ist unser Lebenselixier - ohne diese Therapien wäre ein normales Leben nicht möglich", sagte Karin Modl, Vertreterin der Patientenorganisation ÖSPID (Österreichische Selbsthilfegruppe für primäre Immundefekte). Eine Plasmaspende (Plasmapherese) dauert zwischen 45 und 60 Minuten und kann in verschiedenen Plasma- und Blutspendezentren durchgeführt werden.

(APA/Red)

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