Walchhofer will in Bormio "doppelten Hattrick"

Michael Walchhofer geht nach seinem fünften Platz im Abschlusstraining am Freitag als Topfavorit in die Weltcup-Abfahrt in Bormio. Mit einem Sieg kann der Salzburger einen doppelten Hattrick fixieren.

Der Ex-Weltmeister hatte im Vorjahr beide Rennen auf der extrem eisigen Stelvio gewonnen und ist zudem Sieger der jüngsten beiden Abfahrten in Beaver Creek und Gröden.

„Ich müsste fast lügen, wenn ich nicht an Statistik denke“, meinte deshalb Walchhofer. „Ich bin in einer sehr, sehr guten Form, wie die letzten beiden Siege gezeigt haben, und will natürlich auch hier gewinnen. Aber man ist natürlich hier auch froh, wenn man heil ins Ziel kommt, denn diese Piste ist auch heuer wieder extrem schwierig. Ein paar Kurven sind extrem eisig und unruhig, andere dagegen wieder extrem griffig. Es ist also nicht einfach, die Abstimmung zu finden. Dazu kommt noch die teilweise schlechte Sicht“, erklärte der Hotelier aus Zauchensee.

Ob Walchhofer seinen absoluten Top-Ski bereits für den „Höllenritt“ in Italien auspacken wird, wusste er am Freitagnachmittag noch nicht. „Es sind doch ein paar kleine Steine in der Strecke drinnen. Und schließlich stehen nach Bormio die beiden Klassiker in Wengen und Kitzbühel auf dem Programm, wo man unbedingt ein Topgerät für den Sieg braucht. Hier zählt dagegen nicht allein der Ski.“

Schnellster im Freitag-Training war der Slowene Andrej Jerman in 2:01,26 Minuten vor dem Steirer Klaus Kröll (+0,16) sowie dem Kanadier Erik Guay (+0,43), der am Donnerstag im ersten Training Bestzeit erzielt hatte. „Es ist richtig gut gegangen, wobei es mir von Haus aus hier in Bormio taugt“, betonte Kröll, der zuletzt mit Rang neun in Gröden aufsteigende Form bewiesen hat. „Wenn ich meine Trainingsleistung auch im Rennen endlich einmal runterbringen kann, dann ist sehr viel für mich möglich“, glaubt Kröll.

Im Gegensatz zum Steirer hat Walchhofer, der 0,79 Sekunden auf Jerman verlor, noch große Reserven fürs Rennen. „Ich habe zwar ein paar Passagen gut erwischt, etwa die Einfahrt in die Traverse, die extrem eisig ist, doch danach habe ich bis zum Zielhang abgestellt“, erklärte der Salzburger. „Ich hoffe, dass ich dort die Zeit liegen gelassen habe, aber das wird man ja spätestens morgen im Rennen sehen.“

Hermann Maier landete nach Platz vier im ersten Training am Freitag auf Rang zwölf (+1,34) und wusste, wo er den überwiegenden Teil seines Rückstandes „aufgerissen“ hatte. „Im oberen Teil habe ich wahnsinnig viel verloren“, erläuterte der „Herminator“, der im Rennen schon mit einem Top-Ten-Platz zufrieden wäre. „Nur wenn ich oben besser fahre, ist für mich hier ein absolutes Spitzenresultat möglich.“

Eine neuerliche Hiobsbotschaft gab es dagegen für Hans Grugger. Beim Salzburger wurden ein Riss des vorderen Kreuzbandes, ein Meniskusriss und eine Knorpelverletzung im linken Knie diagnostiziert. Die Weltcup-Saison ist damit vorzeitig zu Ende. Grugger hatte sich die schwere Verletzung offenbar bereits im Abfahrtstraining in Lake Louise zugezogen. Der 26-Jährige wurde am Freitag in einer Privatklinik in Hochrum operiert.

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