"Wagenplatz"-Leute suchen neue Bleibe

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Noch vor Ablauf der Frist am Donnerstag haben die "Wagenplatz"-Bewohner das Grundstück in der Wiener Baumgasse geräumt und nun einen Teil der sogenannten Aspang-Gründe im Bezirk Landstraße besetzt. Der Grundeigentümer, die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), kündigte bereits an, das Vorgehen der Gruppe nicht zu "dulden".
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Leben im Wagen: Die Wiener Wagenplätze

Man habe in den heutigen Morgenstunden eine rund 1.000 Quadratmeter große Fläche mit insgesamt acht Fahrzeugen bezogen, teilte Miriam, Sprecherin der Anhänger des alternativen Wohnstils, am Montag der APA mit. Wie lange die Gruppe dort bleiben kann, ist fraglich:

Die Dauercamper hätten bereits Besuch von zwei Liegenschaftsverwaltern bekommen, die eine Anzeige wegen Besitzstörung angekündigt hätten, so Miriam. Davon lasse man sich aber vorerst nicht abschrecken. “Wir wollen mit einer höheren Instanz reden”, formulierte die Sprecherin Pläne über das weitere Vorgehen. Man werde jedenfalls so lange auf dem betreffenden Areal bleiben, “bis jemand offiziell sagt, dass wir wegmüssen”. Man sei auch bereit, einen “angemessenen” Preis zu zahlen.

Vonseiten der BIG zeige man sich “mäßig gesprächsbereit”, so Pressesprecher Ernst Eichinger gegenüber der APA. Bereits einer entsprechenden Anfrage der Wagenplatzler vor rund zwei Monaten habe man den Umzug auf die Liegenschaft verwehrt. “Nun das Gebiet zu okkupieren und dann das Gespräch zu suchen, halten wir für einen mäßigen Stil.” Die BIG könne sich jedenfalls nicht vorstellen, das Gebiet der Gruppe zur Verfügung zu stellen, unterstrich Eichinger. Mit welchen konkreten Maßnahmen man die Eigentumsrechte wahrnehmen wolle, sei jedoch noch nicht entschieden.

“Tatsache ist, dass wir bereits Gespräche mit der Polizei aufgenommen haben”, so der BIG-Sprecher. Etwaige Anzeigen wurden vorerst nicht bestätigt – nur so viel: “Ja, es handelt sich hierbei um Besitzstörung.” Man habe nach Bekanntwerden des Umstands zudem “in der Sekunde” Vertreter der Hausverwaltung vor Ort geschickt, um die Lage zu prüfen.

Ursprünglich hatte die rund 25 Personen umfassende Wagenplatz-Clique ein Grundstück in Simmering bewohnt, das jedoch bis Ende August aufgrund rechtlicher Auflagen geräumt werden muss. Ein Teil der Freiluft-Bewohner hatte sich daraufhin auf einem der Stadt gehörenden Grundstück in der Leopoldstadt niedergelassen, was aber ebenfalls nur eine Zwischenlösung ist. Ein weiterer Kreis zog in die Baumgasse. Die Porr AG als Besitzerin des Baugrunds hatte daraufhin betont, dass der Platz bis spätestens 20. August wieder geräumt sein müsse – weshalb jetzt der erneute Umzug erfolgte.

Im Zuge der Suche eines neuen Standorts, der künftig als Stellplatz für die zu Wohn- und Schlafräumen umfunktionierten Klein-Lkw, Busse und Wohnwägen dienen könnte, hatte auch die Stadt Unterstützung angeboten. Vorgeschlagen wurde schließlich ein 3.200 Quadratmeter großer Platz im 22. Bezirk für eine Gesamtjahresmiete von rund 21.150 Euro – was von den Campern jedoch abgelehnt wurde.

Die Aspang-Gründe werden bei der Suche nach einem dauerhaften Standort für die Wiener “Wagenplatz”-Bewohner nur eine kurze Zwischenstation bleiben. Denn das Gebiet soll bis spätestens Dienstag, 16.00 Uhr, geräumt werden, sagte Ernst Eichinger, Sprecher der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), der die Liegenschaft gehört, zur APA.

Vonseiten der betroffenen Clique hieß es, man werde das Grundstück ohne Widerstand verlassen. Wohin die Kleinbusse und Lkw samt ihren Besitzern nun ziehen werden, sei allerdings noch unklar: “Einen Plan gibt es derzeit nicht so wirklich”, klagte Miriam, die als Sprecherin der Gruppe auftritt. Was die BIG betrifft, sei die Angelegenheit damit erledigt, sofern sich die Wagenplätzler an die Abmachung hielten, so Eichinger.

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