VW XL: Weniger als ein Liter auf 100 Kilometer

©VW
XL steht bei Volkswagen nicht für „extra large", sondern für das derzeit sparsamste Auto der Welt, also gewissermaßen das Gegenteil. 2002 war von VW die Konzept-Studie „1L" vorgestellt worden, ein Leichtfahrzeug, motorisiert mit einem Einzylinder-Dieselaggregat.

2009 folgte der Prototyp „L1″ mit Hybrid-Antrieb (Elektro- und Zweizylinder-Dieselmotor) und zwei hintereinander angeordneten Sitzen. Darauf wurde 2011 eine seriennahe Studie präsentiert, mit versetzt nebeneinander postierten Sitzplätzen. Und im Frühjahr 2013 stand die serienfertige Version mit dem finalen Namen „XL1″ im Rampenlicht – unter anderem auf dem Auto Salon in Genf: Es handelt(e) sich nach wie vor um ein zweisitziges Gefährt, nunmehr mit Plug-In-Hybrid. Hinter dieser Antriebsart steckt die Kombination aus einem 0,8-Liter-Zweizylinder-Commonrail-Diesel mit 48 PS (und 120 Nm) und einem Elektromotor mit 27 PS (und 140 Nm), der seine Energie aus einem 5,5 kW/h-Akku bezieht.Dieses Paket steckt in einem 3.888 mm langen, 1.665 mm niedrigen, 1.153 mm breiten tropfenförmigen Gefährt mit 795 kg Gewicht und einem cW-Wert von 0,189. An der Außenhaut des Flügeltürers stören weder Rückspiegel noch Türschnallen die Strömungsgünstigkeit (Aufschluss über das, was hinter dem XL1 passiert, liefert ein ausgeklügeltes Kamera-System). Das ist gut für eine Beschleunigung in 12,7 Sekunden von 0 auf 100 und eine Top-Speed von 160 km/h. Sortiert werden die Gänge mittels eines Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebes. Bei bis zu 50 km elektrischer Reichweite verbraucht der Leicht-VW 0,9 l Diesel im Norm-Mix auf hundert Kilometern (bei einer CO2-Emission von 21 g/km). Damit haben die Entwickler ihr Ziel, ein Einliter-Auto zu bauen, sogar um einen Zehntelliter unterlaufen.

Technologie-Basis für zukünftige Modelle

Gebaut wird der XL1 in Osnabrück, wo zuvor Karman produziert hat und jetzt der Porsche Boxster herkommt. In manufaktur-ähnlicher Fertigungsweise werden die Karosserie – CFK-Monocoque, Windschutzscheibe aus Dünnglas, Türen mit Scheiben aus transparentem Kunststoff und Kunststoff-Bauteile – zusammengefügt beziehungsweise geklebt, danach lackiert. Am selben Standort werden weiters Fahrwerk (besteht aus Aluminium), Motor, Elektrik, Elektronik und Räder montiert. Zwei Fahrzeuge pro Woche verlassen die Sonder-Fertigungshallen.

Dass alleine schon angesichts der Produktionsweise der XL1 kein Massenprodukt werden wird, stellt VW nicht in Abrede. Doch der Aufwand lohnt sich dennoch für die Wolfsburger: Das zweisitzige Leichtfahrzeug ist technologische Basis für eine Reihe von zukünftigen Modellen des Volkswagen-Konzerns. Darunter befindet sich unter anderem die kommende Hybrid-Version des Kleinstwagens up!, ebenso des kompakten Golf und auch der Audi e-tron profitiert von den XL1-Erfahrungen.

Der Preis des XL1: 111.000 Euro. Die derzeit geplante Produktions-Zahl: 200 Fahrzeuge.

(KECKEIS)

Bildcredit: VW

 

01

VW XL1: 0,8 l TDI mit 48 PS, 120 Nm, E-Motor mit 27 PS, 120 Nm, 0 auf 100 in 12,7 sec., Top-Speed 160 km/h. Die Maße: 3.888 mm Länge, 1.665 mm Höhe, 1.153 mm Breite, 795 kg Gewicht.

03

Aerodynamik auf den Punkt gebracht: Der cW-Wert des XL1 beträgt 0,189.

04

Die Schaltstufen werden über ein Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe sortiert.

 

Zwei Sitzplätze, bis 50 km elektrische Reichweite, 0,9 l Norm-Mixverbrauch, 21 g/km CO2.

05

06

Der Einstieg in Volkswagens sparsame Flunder erfolgt über nach oben öffnende Türen.

  • VIENNA.AT
  • Auto & Motor
  • VW XL: Weniger als ein Liter auf 100 Kilometer
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen