VW-Chef Winterkorn: Absatz-Marke von 7 Millionen geknackt

Volkswagen wird im laufenden Jahr erstmals die Marke von sieben Millionen verkauften Autos knacken.
“Wir werden in diesem Jahr erstmals über sieben Millionen Fahrzeuge an unsere Kunden ausliefern”, erklärte Konzernchef Martin Winterkorn gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. “Der Volkswagen-Konzern profitiert überproportional vom Aufschwung auf den meisten wichtigen Automobilmärkten,” fügte Winterkorn hinzu.

Hamburg. VW will Weltmarktführer Toyota in einigen Jahren vom Thron stoßen. “Dieser neue Auslieferungsrekord ist eine wichtige Wegmarke auf dem Weg zur Umsetzung unserer Strategie 2018”, erklärte Winterkorn. Bis 2018 sollen im Riesenreich der Wolfsburger mehr als zehn Millionen Einheiten im Jahr von den Bändern laufen. Der weit verzweigte Konzern zählt mit VW, Audi, Skoda, Seat, Lamborghini, Bentley und Bugatti alleine sieben Pkw-Marken. Der Sportwagenbauer Porsche gehört bereits zur Hälfte dazu und soll demnächst ganz eingegliedert werden. Zudem ist Volkswagen maßgeblich an dem japanischen Kleinwagenspezialisten Suzuki beteiligt, dessen Absatz aber nicht in die Konzernrechnung einfließt. Der mächtige Aufsichtsratschef Ferdinand Piech hat auch ein Auge Alfa Romeo geworfen, beißt bei dessen Eigner Fiat aber bisher auf Granit. VW ist auch maßgeblich an den Lkw-Bauern Scania und MAN beteiligt, die zusammengeführt werden sollen.

Der Konzern wächst dank seiner breiten Modellpalette vom Kleinwagen Polo über den Kompaktwagen Golf bis hin zum Mittelklassewagen Passat im Pkw-Geschäft bereits seit geraumer Zeit stärker als der Markt. Im Oktober hatte Europas größter Autobauer weltweit 612.000 Einheiten losgeschlagen, knapp zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Aufs Jahr hochgerechnet, würde VW 2010 auf dieser Basis 7,3 Mio. Fahrzeuge absetzen.

Hohe Verkaufszuwächse fahren die Wolfsburger derzeit vor allem in China, den USA und Russland ein. Der Gewinn sprudelt. Eine konkrete Ertragsprognose wollte Winterkorn allerdings nicht geben. Der Vorstand hat bereits angekündigt, dass der operative Gewinn im Gesamtjahr “deutlich” zulegen wird. Nach dem rasanten Anstieg der ersten neun Monate war das Management jedoch auf die Euphoriebremse getreten. Die Geschäftsentwicklung werde sich im vierten Quartal nicht mehr so stark fortsetzen. Grund: Vor Jahresfrist hatte die Erholung der Branche eingesetzt. Die Steigerungsraten fallen deshalb nicht mehr so imposant aus. Analysten erwarten dennoch ein kräftiges Gewinnplus zum Vorjahr. Von Juli bis September hatte der Konzern, derzeit Nummer drei der Welt, dank des boomenden Geschäfts in China und sprudelnder Gewinn der beiden Hauptmarken VW und Audi den Vorsteuergewinn auf 2,8 Mrd. Euro gesteigert – mehr als zehnmal so viel wie vor Jahresfrist.

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