ÖVP geht mit Container 21 auf Tour

Von Designern gestalteter Baucontainer zieht durch die Gassen. Volkspartei zeichnet darin die Meinungen der Menschen auf und veröffentlicht sie anschließend im Internet. Für die SPÖ ein Versuch, Inhaltslosigkeit durch ungenehmigte Provokation zu vertuschen.

Wie hätte es anders sein können. Die Schwarzen stellen einen Container vor dem roten Amtshaus am Spitz auf, um auf Missstände hinzuweisen und das Politikum ist vorprogrammiert. Dabei ist die Idee, die Meinungen der Bevölkerung in einem von Designern gestalteten Container auf Video aufzuzeichnen und anschließend im Internet zu veröffentlichen gar nicht so schlecht zumal neu und interaktiv. Wäre da nicht die politische Konkurrenz, die wie SP-Klubobmann Georg Papai von einer Aktion auf einem nicht genehmigten Standort spricht.

Der Standort vor dem Amtshaus am Floridsdorfer Spitz wurde von Polizei und Verwaltungsbehörde nicht genehmigt. Der Container wurde von der ÖVP trotzdem dort aufgestellt. Dass dazu auch ein Fahrverbot missachtet wurde, ist der ÖVP offenbar auch egal. Papai weist die Unterstellung von ÖVP-Floridsdorf-Chef Ferdinand Maier zurück, die SPÖ hätte Einfluss auf das Genehmigungsverfahren genommen.

Dass der Container 21 zum Politikum wurde bringt den Roten einen Punkt. Schließlich geht es jetzt primär um den Streit und nicht um die (VP-)Sache an sich.
Seit 30. Mai und bis Ende September tourt der normalerweise als Vier-Wände-Provisorium für Bauarbeiter bekannte Blickfang durch den 21. Bezirk. Er soll Treffpunkt und modern ausgestattetes Medienstudio zugleich sein. Container 21 ist ein kommunalpolitisches Projekt, das den klassischen Bürgerkontakt vor Ort unter Einsatz multimedialer Mittel betreibt, umreißt VP-Wien-Chef Johannes Hahn die Idee: Hier kommt die Politik zu den Menschen und nicht umgekehrt. “Dies entspricht unserer Vorstellung moderner Bürgerkommunikation”.
Im Innenraum stehen Flatscreens, auf denen Videos über die aktuelle Situation im Bezirk und Lösungsvorschläge der ÖVP gezeigt werden. Überdies werden die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger sowie deren Statements mittels Kamera aufgezeichnet und zugleich direkt ins Netz gestreamt, erläuterte der Chef der Floridsdorfer ÖVP, Fedinand Maier. Bei der Frage des Tages können Besucher elektronisch über aktuelle Themen aus dem Bezirk abstimmen.

Alle Videos, Abstimmungsergebnisse, ein Blog sowie die Standorte des Containers sind unter www.container21.at abrufbar.
Andrea Mayrhofer, Klubobfrau der Floridsdorfer ÖVP: “Der Container 21 ist Multiplikator von Wünschen und Beschwerden. Gebündelt werden sie dem Bezirksvorsteher übergeben. Dann gibt es für die Bezirks-SPÖ keinen Grund mehr, nicht langsam in die Gänge zu kommen.” Johannes Hahn zeigte sich von der modernen Bürgerpartizipation begeistert: “So stelle ich mir einen zeitgemäßen politischen Marktplatz vor.”

Text: Bezirkszeitung

Erfahren Sie mehr über den Polit-Streit rund um den Conatiner. Stadtreporter-Video: Video

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