Vox Lux - Kritik und Trailer zum Film

Die junge Celeste überlebt einen Amoklauf an ihrer Schule. Bei der Gedenkveranstaltung darf sie ein selbst geschriebenes Lied singen. Die Show wird im nationalen Fernsehen übertragen - und macht die 13-jährige Celeste berühmt. Ein Musikmanager (Jude Law) erkennt das Potenzial, nimmt die Schülerin unter Vertrag und bringt ihre Karriere ins Rollen. Jahre später ist Celeste ein gefeierter Star. Doch sie ist einsam, angespannt, als Mutter überfordert. Die Situation spitzt sich zu, als eine Terrorgruppe in Europa einen Anschlag begeht und ganz offensichtlich von einem Video von Celeste inspiriert wurde. In der Rolle der älteren Sängerin ist Oscarpreisträgerin Natalie Portman ("Black Swan") zu sehen.

Mit "Vox Lux" hat Brady Corbet ein kleines Meisterwerk geschaffen, das auf rätselhafte Weise die Wechselwirkung zwischen Popkultur und Terrorismus untersucht. Anhand der Geschichte eines Mädchens, das einen Amoklauf überlebt und zum Popstar heranwächst, wird die moralische Geschichte des 21. Jahrhunderts erzählt. Ab Freitag im Kino.

Vox Lux - Kurzinhalt zum Film

Der neue Film des zum Regisseur gewordenen Schauspielers Brady Corbet ist ein schauriges Märchen, das von Willem Dafoes angenehmer, ironischen Stimme erzählt wird und Natalie Portman als furchtbar verführerisch als plastische Primadonna. Das Drehbuch, das Corbet geschrieben hat, ist in der Mitte geteilt, und die erste Hälfte der Geschichte beginnt 1999 mit einem Amoklauf in einer Schule in Staten Island, New York. Die 14-jährige Celeste, gespielt von der englischen Schauspielerin Raffey Cassidy, überlebt mit einer Kugel in der Kehle.

Um die Geschehnisse zu verarbeiten, schreibt sie mit ihrer Schwester Eleanor (Stacy Martin) ein Lied, das sie während eines Gedenkgottesdienstes singt und das irgendwie die traurige Stimmung im ganzen Land einzufangen scheint. Sie hat keine besonders gute Stimme, aber "das Lied sollte eine Hymne für die Nation werden", erzählt die Stimme, "es war ein Hit". Die Schwestern geraten schnell in die Umlaufbahn eines Managers (Jude Law), der sie nach Schweden fliegt, um ein Album aufzunehmen. Celeste hat ein One-Night-Stand und wird schwanger, während ihr Manager versucht, sie in den Olymp des Pop zu lüften.

Das Kapitel wird von einer anderen Tragödie abgeschlossen, dem Angriff auf die Twin Towers, und springt dann ins Jahr 2017. Jetzt spielt Natalie Portman die erwachsene Celeste, die den Status einer drogenabhängigen Popdiva erreicht hat, mit einem Gottkomplex und einer Reihe von schwierigen Beziehungen. Der Erfolg hat einen Keil zwischen sie und ihre Schwester getrieben, die sich liebevoll um die Tochter (ebenfalls gespielt von Cassidy) kümmert, während Celeste ihrem vermeintlichen Traum nachgeht.

Corbet verdreht ihre Geschichte geschickt, indem er sie in eine Art Albtraum verwandelt, der nicht zufällig parallel zu einigen Traumata der Ära verläuft: der Amoklauf an der Columbine High School, die Anschläge vom 11. September und die modernen Terroranschlägen von ISIS in Europa. Dabei ist Natalie Portman fantastisch. In Corbets Geschichte ist ihre Celeste gleichzeitig ein Opfer ihrer Zeit und ihre Ausgeburt. Die Figur mag eine hohle, synthetische Berühmtheit sein, aber Portman holt eine extravagante Darstellung aus ihr raus.

Während Celeste sich auf ein großes Comebackkonzert in ihrer Heimatstadt vorbereitet, richten Terroristen an einem Strand in Kroatien ein Blutbad an, mit Masken, die von einem ihrer Musikvideos inspiriert wurden. Obwohl sie sich nicht für den Amoklauf verantwortlich fühlt, kann die Sängerin nicht anders, als an das Ereignis denken, das aus ihr einen Star gemacht hat. "Vox Lux" gibt keine großen Antworten in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Massenkunst und Massenmord, aber möchte, dass die Zuseher darüber nachdenken.

Vox Lux - Die Kritik

Als Schauspieler hat der 30-jährige Corbet mit Lars von Trier ("Melancholia"), Michael Haneke ("Funny Games U.S.") und Olivier Assayas ("Die Wolken von Sils Maria") zusammengearbeitet. Als Regisseur übernahm er viel von ihrer Eleganz und formalen Provokation in seinem Debütfilm "The Childhood of a Leader", der 2015 in Venedig mit dem besten Regie- und Debütpreis ausgezeichnet wurde.

Wie schon sein erster Film, ist auch "Vox Lux" mit der fantastischen Musik des verstorbenen Scott Walker untermalt. Sie bildet auch einen schönen Kontrast zu Celestes Pophymnen, die von der australischen Künstlerin Sia geschrieben wurden. "Das ist, was ich an Popmusik liebe", sagt Celeste an einer Stelle. "Ich will nicht, dass die Leute zu viel nachdenken müssen, ich möchte nur, dass sie sich gut fühlen." Bradly Corbet teilt diesen Wunsch nicht im Geringsten.

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(APA/Red)

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