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Vorfälle in Kindergärten: NEOS fordern anonyme Meldestellen

Anlass für die Forderung war ein Vorfall in Wien-Meidling.
Anlass für die Forderung war ein Vorfall in Wien-Meidling. ©APA/HARALD SCHNEIDER (Themenbild)
Die Wiener Neos fordern eine anonyme Meldestelle, an die sich Eltern wenden können, wenn sie einen Vorfall in einem Kindergarten melden wollen.

Die Wiener NEOS haben am Mittwoch eine Meldestelle gefordert, an die sich betroffene Eltern anonym wenden können, die Vorfälle in einem Kindergarten melden wollen. Eine derartige zentrale Einrichtung gebe es noch nicht, betonte Klubobmann Christoph Wiederkehr in einer Pressekonferenz. Anlass für den Vorstoß sind Vorfälle in einem Meidlinger Kindergarten.

Wien-Meidling: Weinende Kinder sollen weggesperrt worden sein

Dort sollen weinende Kinder in einen Waschraum geschickt bzw. möglicherweise sogar gesperrt worden sein. Die für Kontrollen zuständige Magistratsabteilung 11 ist nach Ansicht der NEOS nicht die geeignete Stelle, damit Betroffene rasch Hilfe erhalten. Diese solle unbürokratisch erfolgen - und vor allem unabhängig. Möglich sei etwa eine Einrichtung, die mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft vergleichbar sei, hieß es.

Auch die Kontrollen aller Kindergärten und -gruppen sollte durch unabhängige Experte erfolgen, befand NEOS-Wien-Bildungssprecherin Bettina Emmerling. Derzeit würden die Kontrollen intransparent und oft willkürlich verlaufen, sie seien in pädagogischer Hinsicht oft nicht hochwertig. Laut Angaben der NEOS wird mitunter etwa geprüft, ob Plastik- oder Porzellangeschirr verwendet werde, was von den Betreibern als Schikane empfunden werde, wie es hieß. Die Überprüfung der Kindergärten solle vom Magistrat ausgegliedert werden, lautete die pinke Forderung.

Langfristiges Ziel: Ein Pädagoge für acht Kinder

Zugleich wurde auch urgiert, den Betreuungsschlüssel zu erhöhen. Langfristig solle das Ziel sein, dass eine Pädagogin bzw. ein Pädagoge nur mehr für acht Kinder zuständig ist. Derzeit sei es üblich, dass 25 Kinder von einer pädagogischen Fachkraft sowie von einer vielleicht nur 20 Stunden anwesenden Assistenzkraft betreut würden. Das ist nach Ansicht der NEOS zu wenig.

Anwesend waren heute auch Eltern, deren Nachwuchs in dem betroffenen Kindergarten im 12. Bezirk in die Waschräume geschickt wurde. Dies sei der Fall gewesen, wenn ein Kind geweint habe, hieß es. Bei der Einrichtung handelt es sich um keine städtischen Kindergarten, sondern um eine Niederlassung eines größeren privaten Betreibers - und um einen Betriebskindergarten. Die Eltern haben sich laut eigenen Angaben damals an den Betriebsrat gewandt, um diesem die Lage zu schildern.

Verdachts des Quälens: Strafverfahren gegen zwei Personen

Inzwischen laufe ein Strafverfahren gegen zwei Personen - wegen des Verdachts des Quälens bzw. Vernachlässigens junger oder wehrloser Personen, berichteten die Betroffenen. Die Frage, ob eingesperrt wurde oder nicht, ist nach Ansicht einer Mutter dabei nicht unbedingt relevant. Ihr Kind sei ein Jahr alt gewesen und hätte den Raum - auch wenn er offen gewesen wäre - nicht verlassen können, sagte sie.

(APA/Red)

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