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Vorarlberg: Gestaltung der Öffnungsschritte weiter unklar

Eine Öffnung nur im Außenbereich wäre für viele Gastronomen ein "No Go".
Eine Öffnung nur im Außenbereich wäre für viele Gastronomen ein "No Go". ©APA/HERBERT NEUBAUER
Ab 15. März soll es in Vorarlberg weitere Öffnungsschritte geben. Wie diese genau aussehen sollen, ist weiterhin unklar.

Die Gestaltung der Öffnungsschritte in Vorarlberg ab 15. März ist Dienstag früh weiter im Dunkeln geblieben. Nach Gesprächen zwischen der Landesregierung und dem Gesundheitsministerium bis spät in die Nacht gab es aus Verhandlerkreisen in der Früh weder Bestätigungen noch Dementi. Vor 11.15 Uhr - dann findet das Pressefoyer der Landesregierung statt - werde man nicht Stellung beziehen, hieß es.

Corona-Selbsttests wohl der Knackpunkt

Die am Dienstag im Rahmen einer Videokonferenz geführten Verhandlungen gestalteten sich offenbar schwierig. Als großer Knackpunkt dürfte sich die Frage erwiesen haben, inwieweit Corona-Selbsttests als Zutrittserlaubnis gelten können. Das Land sah die Verwendung von Selbsttests als Basis für mögliche Öffnungsschritte an. Im Gesundheitsministerium in Wien gab man sich diesbezüglich zurückhaltend. Bis zuletzt war offen, ob es bei diesem Thema zu einer Einigung kommt. Jedenfalls steht fest, dass Selbsttests nur nach Kontrolle durch eine unabhängige Stelle den Zutritt zu Gastronomie & Co. erlauben könnten.

Öffnung nur im Außenbereich für viele ein "No Go"

Zwar wollte Vorarlberg die Gastronomie am 15. März sowohl im Innen- als auch im Außenbereich aufsperren, möglicherweise kommt es aber zu Abstrichen. Die Öffnung im Außenbereich könnte wie geplant per 15. März umgesetzt werden, im Innenbereich aber erst später, nämlich nach Ostern. Für die meisten Vorarlberger Gastronomen wäre das allerdings ein "No Go", ebenso wie eine Sperrstunde vor 22.00 oder 23.00 Uhr.

Besuche von Kultur- und Sportveranstaltungen sollen in kleinem Rahmen wieder möglich sein. Im Kulturbereich war zunächst von 50 Besuchern die Rede.

Update: Noch keine finale Entscheidung zu Öffnung in Vorarlberg

Die Öffnungsschritte in Vorarlberg ab 15. März sind weiter nicht fixiert. Aufgrund der Erkrankung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) konnten die Verhandlungen noch nicht beendet werden, erklärte Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Dienstagvormittag. Seitens des Ministeriums sei ihm aber noch für Dienstag eine finale Entscheidung versprochen worden. "Unser Bundesland braucht heute eine endgültige Antwort", so Wallner.

Der Landeshauptmann hoffte auf Nachricht aus dem Gesundheitsministerium am Nachmittag. In der Frage, inwieweit Corona-Selbsttests als Zutrittserlaubnis für die Gastronomie gelten könnten, sei das Ministerium skeptisch, räumte Wallner ein. Eine Öffnung der Gastgärten am 15. März, die Innenräume aber erst ab Ostern hielt Wallner "nicht für wahnsinnig sinnvoll". Es gebe klare Konzepte, "wie man das machen kann", betonte Wallner und verwies auf die besondere Ausgangslage Vorarlbergs. Im Bereich Jugend, Sport und Kultur sehe das Ministerium das von Vorarlberg entwickelte digitale Selbsttestmodell "sehr positiv".

Wallner: Leuten vertrauen, dass sie es richtig machen

Wallner skizzierte das von Vorarlberg vorgeschlagene Selbsttestmodell folgendermaßen: Nach einer Registrierung auf einer Online-Plattform muss der Selbsttest hochgeladen werden. Nach einer Kontrolle durch das System würde die Ok-Bestätigung samt QR-Code auf das Handy geschickt. "Das ist eine sehr sichere Form", unterstrich Wallner, auch wenn er einräumte, dass es eine 100-prozentige Sicherheit nicht gebe. "Wir sollten auch darauf vertrauen, dass die Leute das richtig machen", so der Landeshauptmann.

Bei den Veranstaltungen im Bereich Kultur und Sport habe man zuletzt über Kapazitäten von 100 bzw. 250 Besuchern gesprochen, auch das Fassungsvermögen der Veranstaltungsorte wolle man einbeziehen. Fixiert worden sei freilich noch nichts. Eintritt - auch in die Gastronomie - soll haben, wer einen negativen Corona-Test vorweisen kann, der nicht älter als 48 Stunden ist. In Bezug auf Abendveranstaltungen bzw. eine spätere Sperrstunde sagte Wallner, dass aktuell die Ausgangsbeschränkung "dem im Weg steht".

Vorarlberg mit anderer Ausgangslage

Der Landeshauptmann nutzte die Presseinformation auch dazu, noch einmal den Standpunkt des Landes zu bewerben. Vorarlberg habe eine andere Ausgangslage als die anderen Bundesländer. So nannte er etwa die Sieben-Tages-Inzidenz von 76 (Österreich-Schnitt: 185), die wesentlich geringeren Mutations-Anteile bei den Infektionen, den vergleichsweise guten Impffortschritt sowie die niedrige Belegung der Spitals- und Intensivbetten mit Corona-Patienten. Am Dienstag gab es in Vorarlberg landesweit vier Corona-Intensivpatienten.

Man wolle das Modell verantwortungsbewusst und mit Mut umsetzen, "wir können ein Labor sein für ganz neue Entwicklungen". Die Bundesregierung habe großes Interesse, den Versuch wissenschaftlich zu begleiten. "Das ist eine hochinteressante Geschichte, vermutlich über Vorarlberg hinaus", sagte Wallner.

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(APA/Red)

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