Vonn will am "Truthahn-Wochenende" in Aspen weiterfeiern

Vonn zählt zu den Favoritinnen
Vonn zählt zu den Favoritinnen ©AP
Kommt Thanksgiving, kommt der Skiweltcup der Damen nach Aspen. Das ist seit Jahren so und auch diesmal haben am längsten freien Wochenende in den USA zwar tausende Amerikaner das Millionärsstädtchen in den Rocky Mountains heimgesucht, den Riesentorlauf (Samstag) und Slalom (Sonntag/jeweils 18.15/21.15 Uhr) am südlichen Ortsrand werden sie aber weitgehend ignorieren. Und das, obwohl mit Lindsey Vonn jene Lokalmatadorin antritt, die vor fünf Wochen in Sölden Skigeschichte geschrieben hat.
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Mit ihrem Riesentorlauf-Sieg in Sölden avancierte Vonn zur ersten US-Amerikanerin und insgesamt erst fünften Skirennläuferin auf diesem Planeten, die in allen fünf Bewerben Weltcupsiege gefeiert hat. Aber nicht nur Österreichs Damenchef Herbert Mandl (“Die Flachanteile in Sölden haben ihr sehr geholfen”) kann sich schwer vorstellen, dass sich Vonn auf der steilen Strawpile-Piste auch ohne flachen “Auslauf” gegen die von der Deutschen Viktoria Rebensburg vor der Französin Tessa Worley sowie Österreichs Elisabeth Görgl angeführten Weltspitze durchsetzt.

Vonns Vorbereitung auf ihre einzigen Heimrennen wurde nur durch einen dreisten Gewanddiebstahl getrübt. “Sölden war ein Turbo für mein Selbstvertrauen. Aber der Hang hier ist schwer. Schon ein Podestplatz ist ein Erfolg, ein Sieg wäre unglaublich”, gab sie sich realistisch. “Aber es wäre schon schön, wenn’s weiterginge wie in Sölden.” Weltcupsiegerin Maria Höfl-Riesch will nach Platz 24 genau das Gegenteil. “Ich werde mein Bestes geben, um den misslungenen Saisonstart von Sölden schnell vergessen zu machen”, sagte die Doppel-Olympiasiegerin.

Österreichs Damen haben mehrere Anwärterinnen, um in beiden Aspen-Rennen ganz vorne zu landen. Speed-Doppelweltmeisterin Görgl kämpft fast fünf Wochen nach Platz drei in Sölden im Riesentorlauf wieder einmal um ihren ersten Sieg auf US-Boden. “Da fühle ich mich wirklich gut im Schuss.” Im Slalom weniger, deshalb wird die Steirerin schon Sonntag nach Lake Louise fliegen und den Slalom auslassen. Für Vonn zeigte Görgl viel Respekt. “Ihre Leistung baut nicht auf Zufall auf.”

Anna Fenninger kämpft noch um ihren ersten Weltcupsieg überhaupt, der winkt aber eher nächste Woche beim Speed-Triple in Kanada. “Dass ich in Sölden Riesentorlauf-Sechste werde, hätte ich nie gedacht. Gerade da habe ich jahrelang nur Tetschn bekommen.” Super-G-Olympiasiegerin Andrea Fischbacher hat radikal auf ihren Sölden-Patzer (Platz 26) reagiert. “Ich habe so ziemlich alles am Material geändert und möchte in Aspen wieder in die Weltspitze zurückkehren.”

Im wegen der Levi-Absage ersten Saisonslalom kann Marlies Schild erstmals zeigen, dass sie nach der traumhaften Vorjahres-Saison nach wie vor Nummer eins ist. Da lief mit Weltcup-Kugel und Weltmeistertitel fast alles perfekt, einer der wenigen Ausrutscher war das Blitz-Out an Tor eins ausgerechnet in Aspen gewesen.

“Ich mag den Hang hier aber trotzdem sehr gerne”, erinnerte sich Schild lachend. “Beim ersten Rennen ist die Nervosität natürlich immer größer als sonst, aber ich werde damit zurechtkommen”, versprach die Salzburgerin, die im internen Training wieder dominiert hat. “Ich bin zufrieden mit meiner Leistung, mehr sage ich dazu nicht”, erklärte die Siegerin von 29 Weltcuprennen.

Auch Damenchef Mandl wäre mit einem Stockerplatz im “Riesen” zufrieden. “Unser Training war gut, nur die schnellen Läufe ganz nach vorne haben gefehlt. Im Slalom ist Schild nach wie vor generell die Stärkste und wird schwer zu schlagen sein.”

ÖSV-Aufgebot für Aspen

Riesentorlauf: Eva-Maria Brem, Jessica Depauli, Anna Fenninger, Andrea Fischbacher, Elisabeth Görgl, Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser, Stefanie Köhle, Marlies Schild, Kathrin Zettel;
Slalom: Brem, Alexandra Daum, Depauli, Kirchgasser, Hosp, Bernadette Schild, Marlies Schild, Carmen Thalmann, Zettel

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